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Kolumne: Abgerechnet wird nicht erst zum Schluss: Vom Massengeschäft Nebenkosten

Der Autor: Andreas Johanns, Program Manager, COMLINE Computer + Softwarelösungen AG
Bild: Andreas Johanns Comline AG

Ein Wohnungsunternehmen stellt sich häufig die Frage: „Kann ich wirtschaftlicher arbeiten, wenn ich nicht Dritte wie Abrechnungsfirmen mit finanzieren muss?“

Gut, die Dienstleistung Nebenkostenabrechnung durch Dritte kann ich ja weiterberechnen. Und den einen, der sich darüber beschwert, kann ich vielleicht noch verschmerzen. Doch den zunehmenden Leerstand von Wohnungen durch eine teure zweite Miete keineswegs. Die Alternative: Ich schaffe Personal und Equipment selbst an. Die Krux dabei: Ich muss investieren.

Ein Laie meint vielleicht: „Im Computerzeitalter muss doch dafür nur noch ein Knopf gedrückt werden. Und das soll mich was kosten?!“ Doch die wahre Komplexität hinter dem Knopfdruck erschließt sich erst, wenn man sich bewusst wird, welch ein Massengeschäft die Nebenkosten eigentlich sind. Bei deren Erfassung und Abrechnung werden massenhaft Daten und nicht weniger Geld bewegt. Über unzählige „Standard-“schnittstellen werden die Daten hin und her transferiert. Ein gemeinsamer Nenner für alle Beteiligten scheint fast unmöglich. Obwohl – es gibt ja auch noch die Versorger. Für deren viele Schnittstellen hat sich vor Jahrzehnten die ARGE-HEIWAKO gebildet. Und diese wird von den Abrechnungsfirmen (sic !) organisiert. Sie stellt mittlerweile für etwa 16 Millionen Wohnungen die Verbrauchserfassungsgeräte. Und das sorgt in jeder Abrechnungsperiode für den „ARGE-Input".

 

Geänderte Abrechnungswege?

Heute jedoch sind ERP-Systeme originär in der Lage, verbrauchsabhängige Abrechnungen selbst  durchzuführen. Es fehlen lediglich die Verbrauchsdaten der Mieter im ERP-System. Könnte – wenn dieses Problem gelöst ist - nicht ein Property Manager den Messdienstleister ersetzen? Und würde sich damit nicht ein Großteil der Schnittstellen erübrigen? Es ginge dann nur noch um die Integration der Versorger. Für die Wohnungsunternehmen gilt: setzt Euch mit Eurem ERP-Hersteller zusammen. Denn zusammen könnten beide sich den Fortschritt der Technologien in Funk, W-LAN, Web-Services und vielem mehr für die Nebenkostenabrechnung zu Nutze machen. Das böte bei geringeren Kosten deutlich mehr Komfort für die Mieter - und das ERP-System würde noch wirtschaftlicher.

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Schlagworte zum Thema:  ERP-Software, Nebenkosten, Betriebskostenabrechnung

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