20.03.2012 | Mietrecht

Dielenboden ist nicht gleichwertig mit Parkett

Ein Dielenboden ist qualitativ und optisch nicht mit einem Parkettboden vergleichbar. Beim Berechnen einer Mieterhöhung können Dielen daher nicht mit Parkett gleichgesetzt werden.

Hintergrund

Die Vermieterin einer Wohnung in Berlin verlangt vom Mieter, dass dieser einer Mieterhöhung zustimmt. Zur Begründung beruft sich die Vermieterin auf den Berliner Mietspiegel.

Die Wohnung verfügt über einen abgeschliffenen und gewachsten Dielenboden. Zwischen den Parteien ist u. a. streitig, ob bei der Einordnung der Wohnung das Sondermerkmal „hochwertiger Bodenbelag" zum Tragen kommt. Der Mietspiegel definiert einen hochwertigen Bodenbelag mit „Parkett, Natur- oder Kunststein, Fliesen oder gleichwertiger Boden/-belag."

Entscheidung

Das Sondermerkmal „hochwertiger Bodenbelag" ist nicht einschlägig. Ein abgezogener, abgeschliffener und gewachster Dielenboden ist nicht mit dem Sondermerkmal gleichzusetzen, denn er ist in Bezug auf Qualität, Ästhetik und Haltbarkeit nicht mit den im Mietspiegel genannten Beispielen und insbesondere nicht mit einem Parkettboden vergleichbar.

(LG Berlin, Urteil v. 9.12.2011, 63 S 220/11)

Schlagworte zum Thema:  Mieterhöhung

Aktuell

Meistgelesen