15.10.2013 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Der schnarchende Vermieter

Serienelemente
Schlafen künftig getrennt: Der Vermieter und seine Ehefrau
Bild: Haufe Online Redaktion

Vor Gericht werden oft auch ungewöhnliche und skurrile Fälle verhandelt. In "Der Verwalter-Brief" und auf dem Haufe Themenportal Immobilien stellen wir regelmäßig solche Fälle vor. Diesmal geht es um einen Schnarcher.

Eine ungewöhnliche Begründung für Eigenbedarf führte der Vermieter einer Wohnung in einem Fall an, über den das AG Sinzig zu entscheiden hatte. Er bewohnte im Haus, in dem sich die vermietete Wohnung befand, selbst eine Wohnung und kündigte seinem Mieter mit der Begründung, er selbst sei notorischer Schnarcher. Deshalb könne er unmöglich weiter gemeinsam mit seiner Frau im selben Zimmer nächtigen. Sein Schnarchen sei so laut, dass sich seine Frau nachts ins Wohnzimmer flüchte. Er benötige daher ein weiteres Zimmer zum Schlafen.

Das AG Sinzig (Urteil v. 6.5.1998, 4 C 1096/97) hielt den Wunsch nach getrennten Schlafzimmern für nachvollziehbar und die Kündigung für wirksam. Der Einwand des Mieters, der Vermieter schnarche ja nicht erst seit gestern, blieb erfolglos: Bei Vertragsschluss ging der Vermieter noch davon aus, das Geschnarche mit medizinischen Mitteln in den Griff zu bekommen; vor Gericht konnte er nachweisen, dass er danach noch alles unternommen hatte, das nächtliche Sägen abzustellen – allerdings vergeblich.

Schlagworte zum Thema:  Kündigung, Eigenbedarf

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