09.06.2017 | Umfrage

DDIV-Branchenbarometer: Verwalterhonorar um 7,1 Prozent gestiegen

Die Durchführung der Eigentümerversammlung gehört zu den Aufgaben eines WEG-Verwalters.
Bild: Corbis

Das aktuelle Branchenbarometer des Dachverbands Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) zeigt, dass die Honorare für die WEG- und Mietverwaltung weiter steigen. 86 Prozent der befragten Unternehmen erhöhten ihre Vergütungssätze im Jahr 2016 in der WEG-Verwaltung im Rahmen einer Vertragsverlängerung um durchschnittlich 7,1 Prozent.

59 Prozent der Verwaltungen passten ihre Honorare auch bei laufenden Verträgen an. In diesem Jahr wollen 83 Prozent der insgesamt 334 befragten Verwaltungsunternehmen Preisanpassungen von etwa 8 Prozent im Rahmen einer Wiederbestellung vornehmen. Etwas zurückhaltender agieren die Unternehmen bei neu akquirierten Objekten. Hier streben rund 60 Prozent eine Erhöhung ihrer Vergütungssätze an.

Im Vergleich zum Jahr 2010 habe sich die WEG-Vergütung inflationsbereinigt allerdings nur um 5,9 Prozent erhöht, heißt es weiter. Im vergangenen Jahr war eine Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass Verwalterhonorare seit 2010 nur um bis zu zwei Euro netto monatlich gestiegen sind. Laut aktuellem DDIV-Branchenbarometer stieg der Regelsatz um durchschnittlich 1,20 Euro pro Wohneinheit an. Eigentümer, die einen neuen Verwalter bestellen, müssen mit Preisaufschlägen rechnen. Bei Neubewerbungen für Verwaltungsaufträge liegen die erzielten Vergütungshöhen im Durchschnitt 1,30 Euro je Einheit und Monat über der durchschnittlichen Vergütung von 19,92 Euro.

Ähnliches ist laut DDIV-Branchenbarometer auch bei der Mietverwaltung festzustellen. Der durchschnittliche Regelsatz liegt hier bei 21,66 Euro. Damit stieg die Pauschalvergütung zwischen 2010 und 2016 inflationsbereinigt um 4,7 Prozent. Rund 60 Prozent der Befragten rechnen dabei pauschal ab.

Immobilienverwalter: DDIV hält Honorare nicht für angemessen

Der DDIV hält das Verwalterhonorar trotz der Zuwächse nicht für angemessen. „Der moderate Anstieg der Vergütungen hält noch immer nicht Schritt mit der komplexen Tätigkeit", kommentiert DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler die Ergebnisse. In nahezu allen Bereichen müssten Verwaltungen investieren: "Wir werden daher nicht müde, uns in der Öffentlichkeit für weiter steigende Verwaltergebühren einzusetzen."

Positive Umsatz- und Gewinnerwartungen zum vierten Mal in Folge

Die befragen Immobilienverwaltungen erwarten laut dem aktuellen Branchenbarometer bereits das vierte Jahr in Folge Umsatzgewinne. Für 2017 rechnen sie im Durchschnitt mit einem Umsatz-Plus von 7 Prozent. Entsprechend positiv fallen auch die Gewinnprognosen aus, die im Mittel bei 4,5 Prozent liegen. Wie in den Vorjahren bleibt dabei die Wohnungseigentumsverwaltung das Kerngeschäft. 64 Prozent des Umsatzes werden durch die WEG-Verwaltung generiert. Die Mietverwaltung trägt mit 24 Prozent zur positiven Geschäftsentwicklung bei.

Immobilienverwalter: Fachkräftemangel trübt die Aussichten

86 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass es künftig schwierig wird, qualifiziertes Fachpersonal zu finden, 24 Prozent mehr als noch 2014. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben dabei an, dass die Bewerber nicht ausreichend qualifiziert sind, unzureichende soziale Kompetenzen aufweisen oder zu wenig Berufserfahrung mitbringen. Die Unternehmen legen daher gesteigerten Wert auf die Weiterbildung ihres bestehenden Personals. So unterstützen knapp 69 Prozent der Befragten Fortbildungsmaßnahmen.

Schlagworte zum Thema:  Verwalter, Honorar

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