| DDIV-Umfrage

Viele Verwalter wollen Vergütung anheben

DDIV legt umfassende Branchenanalyse vor
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Mehrheit der Verwalter will für Ihre Tätigkeit künftig mehr Honorar verlangen. Zudem steigt die Bereitschaft zur Ausbildung. Dies sind zwei Ergebnisse des 4. Branchenbarometers des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter (DDIV).

Knapp drei Viertel der Immobilienverwalter planen, 2016 ihre Vergütungssätze anzuheben. Das ergibt sich aus dem 4. DDIV-Branchenbarometer, einer Befragung von Verwaltungsunternehmen. Den Umfrageergebnissen zufolge ist bei der Erstbestellung eine Anhebung von durchschnittlich neun Prozent geplant, bei Bestandsobjekten sollen die Vergütungen im Schnitt um fünf Prozent steigen. Dabei steigt die Bereitschaft, für die Verwaltertätigkeit eine höhere Vergütung zu verlangen, mit der Unternehmensgröße.

Im Jahr 2015 haben 70 Prozent der befragten Unternehmen ihre Vergütungssätze erhöht, im Schnitt um sechs Prozent. Auch hier waren es vor allem die größeren Verwaltungsunternehmen, die eine höhere Vergütung verlangt haben.

Verwalter erwarten mehr Umsatz und Gewinn

Analog zur geplanten Anhebung der Vergütungssätze rechnen die Verwaltungsunternehmen auch mit steigenden Umsätzen. Insgesamt erwarten 79 Prozent der Verwaltungen mehr Umsatz als im Vorjahr, während nur fünf Prozent von fallenden Umsätzen ausgehen. Optimistisch sind vor allem die Unternehmen mit mehr als 1.000 verwalteten Wohneinheiten, von denen 85 Prozent steigenden Umsatz prognostizieren.

Auch die Gewinnaussichten schätzen die Verwaltungsunternehmen positiv ein. 73 Prozent erwarten für 2016 ein Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahr. Dass ihr Gewinn 2015 gegenüber 2014 gestiegen sei, gaben 67 Prozent an.

Verwalter befürchten Fachkräftemangel und bilden vermehrt aus

Ein Großteil der befragten Verwaltungen (80 Prozent) befürchtet einen Fachkräftemangel, wobei die meisten Unternehmen eine mangelnde Qualifikation der Bewerber beklagen. Vor allem große Verwaltungen mit mehr als 3.000 Einheiten kämpfen damit, dass sich nicht ausreichend Bewerber auf verfügbare Stellen bewerben. Über die Hälfte der großen Verwaltungen geben an, verfügbare Stellen zu haben, bei den Verwaltungen zwischen 400 und 3.000 Einheiten sind dies etwa 25 Prozent.

Angesichts des befürchteten Fachkräftemangels hat sich die Bereitschaft zur Ausbildung erhöht: 32 Prozent der Unternehmen engagieren sich in diesem Bereich. Dies ist gegenüber 2014 eine Steigerung um 10 Prozentpunkte. Zwar sind in der Ausbildung nach wie vor hauptsächlich größere Unternehmen aktiv, doch auch kleinere Unternehmen bilden vermehrt aus: Bei den Verwaltungen mit 400 bis 999 Wohneinheiten hat sich der Anteil der Ausbildungsbetriebe mehr als verdoppelt, von 11 auf 24 Prozent.

Zurückhaltung bei energetischer Sanierung und Barrierefreiheit

Das Thema energetische Sanierung genießt den Umfrageergebnissen zufolge in vielen Wohnungseigentümergemeinschaften keine hohe Priorität. 53 Prozent der befragten Verwaltungen haben 2015 keine energetischen Sanierungen begleitet. Die Sanierungsbereitschaft nimmt dabei ab, je kleiner die Verwaltung ist.

Über langfristig abgestimmte Sanierungsfahrpläne verfügen 40 Prozent aller befragten Verwaltungen. Dieser Anteil ist bei Unternehmen, die mehr als 3.000 Wohneinheiten verwalten, mit 63 Prozent deutlich höher.

Für die Begleitung von Maßnahmen der energetischen oder außerordentlichen Sanierung mit einem Investitionsvolumen von über 10.000 Euro erheben mehr als 80 Prozent der Verwaltungen eine Sondervergütung. Über 60 Prozent berechnen ihre Sondervergütung anteilig anhand der Investitionssumme; hierbei veranschlagen sie im Schnitt zwischen 3,5 und 3,9 Prozent der jeweiligen Bausumme. Etwa 20 Prozent rechnen hier auf Stundenbasis ab, wobei die Spanne der Stundensätze zwischen 30 und 92 Euro liegt. Die durchschnittlichen Vergütungssätze liegen hier zwischen 59 und 62 Euro pro Stunde.

Maßnahmen bis zu einem Investitionsvolumen von 10.000 Euro sind bei 43 Prozent der befragten Unternehmen von der Grundvergütung abgedeckt, 38 Prozent berechnen eine von der Bausumme abhängige Sondervergütung, während 15 Prozent ihre Sondervergütung bei kleineren Sanierungsmaßnahmen auf Stundenbasis berechnen.

Die Initiative zu energetischen Sanierungen ging den Umfrageergebnissen zufolge in zwei Dritteln aller Fälle vom Verwalter aus. Dass erforderliche Sanierungsmaßnahmen nicht durchgeführt wurden, war in der Mehrzahl der Fälle auf finanzielle Gründe zurückzuführen.

Eine eher untergeordnete Rolle spielt bei den befragten Unternehmen das Thema altersgerechter Umbau. Nur 12 Prozent haben 2015 einen altersgerechten Umbau betreut. Auch hier waren es am ehesten noch die größeren Verwaltungen, die solche Maßnahmen betreut haben.

An der Umfrage haben im Januar und Februar 2016 insgesamt 478 Verwaltungsunternehmen teilgenommen.

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