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DDIV stellt Gutachten zum Verwalterberuf vor

Eine Versicherungspflicht für Immobilienverwalter ist rechtlich machbar und sinnvoll. Eine umfassende Regulierung des Verwalterberufs hingegen ist derzeit nicht möglich. Das ist die zentrale Aussage eines Rechtsgutachtens, das der DDIV auf dem Verwaltertag in Berlin präsentiert hat.

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) hat auf dem 19. Deutschen Verwaltertag in Berlin ein Rechtsgutachten vorgestellt. Thema: Möglichkeiten einer rechtlichen Regelung des Berufs des Immobilienverwalters.

Das Gutachten hat der Stuttgarter Verfassungsrechtler Prof. Rüdiger Zuck im Auftrag des Verbands erstellt.

Versicherungspflicht zum Schutz der Eigentümer

Der Gesetzgeber hat es dem Gutachten zufolge in der Hand, eine Versicherungspflicht für Immobilienverwalter einzuführen. Dies sei eine zielführende Lösung zum Schutz der Immobilieneigentümer. Eine Versicherungspflicht müsse sich auf eine Vertrauensschadens- und Berufshaftpflichtversicherung erstrecken. Entsprechende Regelungen zur Versicherungspflicht könnten in die Gewerbeordnung aufgenommen werden.

„Mit der Schaffung einer Versicherungspflicht für Immobilienverwalter würde eine der Hauptforderungen des Verbandes auf eine rechtliche Basis gehoben, nämlich die nachhaltige Sicherung von Wohneigentum und damit der Schutz des Verbrauchers", kommentierte DDIV-Präsident Wolfgang D. Heckeler.

Derzeit keine Zugangsvoraussetzungen erforderlich

Hingegen sieht das Gutachten derzeit keine Befugnis des Gesetzgebers, Zugangsvoraussetzungen für den Verwalterberuf einzuführen, wie dies der DDIV fordert. Es fehle an statistisch belegbaren Informationen, dass die fehlende Regulierung gegenüber anderen Branchen eine signifikant höhere Zahl an Vermögensstraftaten, Insolvenzen, Haftpflicht- und sonstigen Schadensfällen zur Folge habe. Solange sich relevante Folgen für die Immobilieneigentümer statistisch nicht belegen ließen, sei eine gesetzliche Regelung nicht erforderlich. Mit ähnlicher Begründung hat die Bundesregierung bereits vor einiger Zeit eine gesetzliche Regulierung des Verwalterberufs abgelehnt und u. a. darauf verwiesen, dass die Berufsverbände einen großen Beitrag dazu leisteten, das Qualitätsniveau zu sichern.

Die rechtliche Beurteilung könne sich aber ändern, wenn nachgewiesen würde, dass Immobilienverwalter bei ihrer Tätigkeit häufiger Vermögensdelikte begehen als es in anderen Branchen der Fall ist, so das Gutachten.

„Wir fordern seit langem gesetzlich geregelte Mindestanforderungen für Immobilienverwalter, das werden wir auch weiterhin tun. Schließlich werden nicht selten nur unzureichend qualifizierte Verwalter mithilfe eines Gewerbescheines zugelassen, die aus Unkenntnis Fehler begehen. Das muss ein Ende haben", so Heckeler. „Für das, was möglich ist", werde sich der Verband einsetzen, ergänzte Vizepräsident Steffen Haase. Ziel sei eine stärkere Professionalisierung der Branche zum Wohl des Verbrauchers.

Ausbildungsberuf „Immobilienverwalter" denkbar

Denkbar erscheint dem Gutachten zufolge, den Beruf des Immobilienverwalters als staatlichen Ausbildungsberuf anzuerkennen. Dann wären die wesentlichen Berufsmerkmale gesetzlich niedergelegt. Allerdings sei dies nur schwer zu realisieren, weil sich die Inhalte mit dem Ausbildungsberuf des „Immobilienkaufmanns" deutlich überschnitten. Erst wenn es hier eine deutliche Abgrenzung gäbe, könne der „Immobilienverwalter" als eigenständiger Ausbildungsberuf anerkannt werden.

Regierung will Gutachten prüfen

Jan Mücke, Staatssekretär im Bundesbauministerium, sagte in seinem Grußwort auf dem Verwaltertag, die Bundesregierung werde das Gutachten und die darin enthaltenen Vorschläge sehr genau prüfen. Sollten die Vorschläge aufgegriffen werden, bedürfe es für eine tragfähige Gesetzesbegründung aber einer soliden Datenbasis. Er rief den Verband auf, hieran mitzuwirken. Allerdings wies er darauf hin, dass jede Regulierung zu zusätzlicher Bürokratie führe. Dies stehe der oft erhobenen Forderung nach Bürokratieabbau entgegen.

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