Der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter will ein Kompetenzzentrum für Unternehmensnachfolge aufbauen und arbeitet dazu mit dem KCE Kompetenzcentrum Entrepreneurship und Mittelstand der FOM Hochschule für Ökonomie und Management zusammen.

Bereits jetzt bietet der BVI seinen Mitgliedern eine Beratung an, wenn sie Fragen zur Firmenübergabe haben. Dieses Angebot soll nun ausgebaut werden. Beantwortet werden nicht mehr nur aktuelle Fragen, sondern der BVI will die Firmen langfristig auf die Firmenübergabe vorbereiten. Denn es sei wichtig, so erklärt BVI-Geschäftsführerin Sandra Lenzenhuber, sich mit diesem Schritt rechtzeitig zu beschäftigen.

"Wer sich mit Vorlauf auf den Zeitpunkt einer Übergabe vorbereitet, vermeidet unangenehme Überraschungen und Preisabschläge." BVI-Geschäftsführerin Sandra Lenzenhuber

Unternehmen sollten fünf bis zehn Jahre Vorlaufzeit einplanen

Fünf bis zehn Jahre vor dem geplanten Verkauf seien ideal für die Vorbereitung. Häufig indes werde Inhabern erst im Zuge der Beratung klar, welche Dimensionen ein Verkauf umfasst und wie viel noch zu tun ist. "Vorbereitung zahlt sich buchstäblich aus", sagt Lenzenhuber. "Je sorgfältiger das Paket geschnürt ist, umso höher liegt der erzielbare Kaufpreis."

Allgemeine Tipps für die Firmenübergabe zu geben, sei jedoch schwierig:

"Letztendlich ist jede Übernahme sehr individuell und persönlich." BVI-Geschäftsführerin Sandra Lenzenhuber

Viele Immobilienverwalter stehen kurz vor der Rente

Insgesamt sei der Bedarf an Beratungen zur Firmenübergabe "in den letzten drei Jahren signifikant gestiegen", erklärt Sandra Lenzenhuber. Dies hänge sicherlich mit den immer höher werdenden Anforderungen des Gesetzgebers an die Immobilienverwalter zusammen. Zudem seien viele Immobilienverwaltungen vor mehr als 40 Jahren gegründet worden. Somit stünden die Gründer nun vor der Frage, wie es weiter geht und wie sie ihre Nachfolge richtig vorbereiten sollen. Auch die Personalsuche beschäftigt viele Immobilienverwaltungen: Den Unternehmen fällt es zusehends schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Beim Personalrecruiting gehen die Immobilienverbände deshalb inzwischen neue Wege.

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Konkret will der BVI die Immobilienverwalter mit seinem Angebot bei der Bewertung des Unternehmens unterstützen, es werden Rechtsanwälte und Steuerberater vermittelt. Zudem stellt der Verband wichtige Handlungsempfehlungen und Vertragsmuster zur Verfügung.

BVI bringt über eine Börse Unternehmen und Nachfolger zusammen

Weiterhin gibt es eine Unternehmensbörse, die kauf- und verkaufswillige Immobilienverwalter zusammenbringt. Dies sei unabhängig von einer Mitgliedschaft im BVI, erklärt Lenzenhuber. Die Unternehmen erhielten auf Wunsch eine Liste mit Interessenten aus der jeweiligen Region und könnten auf anvisierte Geschäftspartner zugehen. Signalisiert der potenzielle Käufer Interesse, beginnen die eigentlichen Gespräche zwischen den Parteien. Auch diese könnten durch den BVI begleitet werden, sagt Lenzenhuber.

Den Startschuss für das Angebot rund um die Unternehmensnachfolge habe indirekt ein BVI-Mitglied mit einer konkreten Anfrage vor zehn Jahren gegeben, erklärt der BVI. Der Verband habe festgestellt, dass die komplexen Verkaufs- und Vertragsprozesse eine Hürde darstellen, die der BVI gern senken würde. BVI-Geschäftsführerin Sandra Lenzenhuber habe sich mit ihrem Amtsantritt vor drei Jahren der Unternehmensplattform angenommen, seitdem seien Angebot und Nachfrage deutlich gewachsen.

Vor allem mittelgroße Verwaltungen haben Beratungsbedarf

Vor allem mittelgroße Unternehmen mit mehr als 1.000 Wohneinheiten im Portfolio würden vermehrt mit der Bitte um Unterstützung bei der Nachfolgesuche an den BVI herantreten. Wegen der immer weiter wachsenden Nachfrage nach Beratung und Begleitung des Prozesses habe sich der BVI entschlossen, mit der FOM Hochschule für Ökonomie und Management ein Kompetenzzentrum für die Unternehmensnachfolge einzurichten.

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