10.01.2012 | Verwalter

Bundesnetzagentur kündigt Solarförderkürzung für Juli an

Nach dem Rekordzuwachs bei neuen Solaranlagen wird es im Juli eine weitere Förderkürzung geben. Es werde zu einer Senkung von mindestens zwölf Prozent kommen, teilte die Bundesnetzagentur in Bonn mit.

Wahrscheinlich sei aber eher die automatische Absenkung der Förderung um 15 Prozent zum 1. Juli. Dafür müssten von Januar bis April nur noch Anlagen mit einer Leistung von etwa 225 Megawatt gemeldet werden, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Mit rund 7.500 Megawatt wurden im Jahr 2011 so viele Anlagen wie nie zuvor gemeldet - der Dezember ist dabei bei neuen Solaranlagen der bisher stärkste Monat aller Zeiten. Als Grund wird unter anderem angeführt, dass es zum Januar eine Förderkürzung um 15 Prozent gab. Derzeit werden je Kilowattstunde Solarstrom rund 24 Cent Vergütung gezahlt.

Röttgen schließt noch stärkere Kürzungen nicht aus

Da wegen einer Flutung des Marktes mit billigen Modulen aus China die Preise stark gefallen sind, halten viele Koalitionspolitiker die Förderung immer noch für zu hoch. Sie fürchten angesichts des Ausbautempos eine zu starke Belastung der Verbraucher, die die Ökoenergieförderung über den Strompreis mitbezahlen müssen.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat wegen des Rekordbooms Gespräche mit der Branche für nächste Woche angekündigt. Er schließt noch stärkere Kürzungen nicht aus.

Kurth: "Atomatische Kürzung verstärkt Negativ-Effekt"

Kurth kritisierte indes das System der automatischen Absenkung der Förderung, wenn eine bestimmte Anzahl neuer Anlagen ans Netz geht: "Die Erfahrungen zeigen, dass der Stichtagsmechanismus dazu beiträgt, den Zubau an Photovoltaik-Anlagen kurz vor einer Förderkürzung deutlich zu verstärken."

Dieser Effekt konterkariere das Ziel des Gesetzgebers, die Kosten der Förderung der Solarenergie zu begrenzen. Trotz der Förderkürzungen habe sich der Zubau der Photovoltaik nicht verlangsamt. "Aus dieser Entwicklung Schlüsse zu ziehen, ist aber Sache des Gesetzgebers", sagte Kurth.

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