04.04.2012 | Steuern

BFW kritisiert Erbschaftsteuer-Gutachten des Bundesfinanzministeriums

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) kritisiert das Erbschaftssteuer-Gutachten des Bundesfinanzministeriums und empfiehlt eine flat tax von drei Prozent.

Das Gutachten, das der Wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zur „Begünstigung des Unternehmensvermögens in der Erbschaftsteuer“ vorgelegt hat, erinnere schon sehr an die Reform der Grunderwerbsteuer von 1983, sagt Ira von Cölln, Bundesgeschäftsführerin des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Die Reform habe aufkommensneutral erfolgen sollen, führe letzten Endes aber zu erheblichen staatlichen Mehreinnahmen, die den Ländern zu Gute kommen. In dem Gutachten empfehlen die Experten, die derzeit geltenden Verschonungsregeln für unternehmerisches Vermögen abzuschaffen. Stattdessen rät der Beirat zu einer breiteren Bemessungsgrundlage und niedrigeren Steuersätzen, bei gleichzeitiger Aufkommensneutralität. Nach aktueller Rechtslage würde, so rechnet der BFW vor, bei einer Erbschaft eines Unternehmenswerts von drei Millionen Euro, nach Abzug der 85-prozentigen Steuerbefreiung, 67.500 Euro Erbschaftsteuer anfallen. Werde das Gutachten des BMF zugrunde gelegt, wären es für denselben Fall 285.000 Euro Erbschaftsteuer, also mehr als das Vierfache. „Eine breitere Bemessungsgrundlage und somit ein Verteilen der Steuerlast auf mehrere Schultern ist zu begrüßen. Dennoch darf es nicht dazu führen, dass Erben finanziell ruiniert oder zum Verkauf von Unternehmensteilen gezwungen werden“, mahnt von Cölln.

Eine generelle Kritik des BFW an dem Gutachten des BMF ist, dass es auf Erbschaftsvorgängen vor 2009 basiert, also bevor die aktuelle Erbschaftsteuerreform überhaupt in Kraft getreten ist. Um das ausgegebene Ziel von vier Milliarden Euro Erbschaftsteueraufkommen zu erreichen, empfiehlt der BFW eine flat tax von drei Prozent.

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