07.01.2013 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Zugebaut

Serienelemente
Zu dicht dran darf nicht gebaut werden
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Immer wieder haben es Richter mit ungewöhnlichen und skurrilen Fällen zu tun. In jeder Ausgabe von "Der Verwalter-Brief" stellen wir solch einen Fall vor. Lesen Sie die Fälle jetzt auch online. Diesmal: Zugebaut.

Ein etwas ungünstig platziertes Gebäude war der Streitpunkt in einem Verfahren vor dem AG Köln. Die Vermieter diverser Wohnungen in einem mehrgeschossigen Haus hatten einen Anbau errichtet, der in einer Entfernung von 30 cm an dem vorhandenen Gebäude die Flurfenster teilweise verdeckte. Obwohl die Mieter mehrerer Wohnungen vor und während der Bauphase Sturm liefen, ließen die Vermieter den Anbau – dem Gericht zufolge sogar beschleunigt – hochziehen.

„So geht’s nicht“, sagte das AG Köln (Urteil v. 3.12.2008, 203 C 185/08) und verurteilte die Vermieter zum Rückbau. Deren Argumentation, sie könnten mit ihrem Eigentum machen, was sie wollen und es sei ja nicht in die Substanz der Wohnungen eingegriffen, stieß beim Gericht auf wenig Gegenliebe. Wegen der mit dem Anbau einhergehenden Verdunklung und dem Verbauen des Ausblicks befänden sich die Wohnungen nicht mehr in einem vertragsgemäßen Zustand. Also müsse der Anbau weg.

Schlagworte zum Thema:  Mietrecht

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