22.07.2013 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Warmbadetag

Serienelemente
Das Badewasser muss heiß sein
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Vor Gericht werden oft auch ungewöhnliche und skurrile Fälle verhandelt. In "Der Verwalter-Brief" und auf dem Haufe Themenportal Immobilien stellen wir regelmäßig solche Fälle vor. Diesmal: Warmbadetag

Um das richtige Baden stritten Vermieter und Mieter einer Wohnung vor dem AG München. Der Vermieter hatte in der Wohnung eine defekte Gastherme gegen ein neues Modell ausgetauscht. Dieses war allerdings etwas schwach auf der Brust, sodass es nach dem Austausch geschlagene 42 Minuten dauerte, bis die Badewanne mit warmem Wasser gefüllt war.

„Das ist eindeutig zu lang“, sagte das AG München (Urteil v. 26.10.2011, 463 C 4744/11) und verdonnerte den Vermieter, eine ausreichend dimensionierte Therme zu installieren. Dem Mieter sei es nicht zuzumuten, so lange auf eine gefüllte Wanne zu warten, zumal das Wasser während des Einlassens schon wieder abkühle.

Mit dem Einwand, 38 Grad seien ohnehin genug, weil bei höheren Wassertemperaturen Herz und Kreislauf überlastet würden und die Haut austrockne, konnte der Vermieter beim Gericht nicht punkten. Das Gericht – genauer gesagt eine Richterin – wisse nämlich „aus eigener Erfahrung“, dass es für ein angenehmes Baden mindestens 41 Grad sein müssten.

Schlagworte zum Thema:  Mietvertrag, Heizung, Warmwasser

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