31.10.2012 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Nicht nur Pipifax

Serienelemente
Mieter ging lieber in den Garten.
Bild: Rainer Sturm ⁄

Immer wieder haben es Richter mit ungewöhnlichen und skurrilen Fällen zu tun. In jeder Ausgabe von "Der Verwalter-Brief" stellen wir solch einen Fall vor. Lesen Sie die Fälle jetzt auch online. Diesmal: Nicht nur Pipifax.

Die Verrichtung menschlicher Bedürfnisse an unüblicher Stelle sorgte in einem Fall, den das AG Köln zu entscheiden hatte, für Ärger. Der Mieter einer Wohnung missbrauchte den zugehörigen Garten regelmäßig als Toilette. Mehrere Zeugen bekundeten übereinstimmend, dass der Mieter im Grünen immer wieder in einen Eimer oder aber auf den Rasen und an die Bäume urinierte; einmal wurde der Mieter dabei beobachtet, wie er seine Hinterlassenschaft mit Obstresten vermischte. Trotz diverser Beschwerden anderer Bewohner und einer Abmahnung ließ sich der Mieter nicht davon abhalten, sein Geschäft im Garten zu verrichten.

Der Zwangsverwalter der Wohnung wusste sich schließlich nicht mehr anders zu helfen, als dem Mieter fristlos zu kündigen. Letzterer sah das nicht ein.

„Raus, und zwar sofort“, sagte das AG Köln (Urteil v. 21.10.2010, 210 C 398/09). Das Verhalten des Mieters stelle wegen der Belästigung der Nachbarn eine nachhaltige Störung des Hausfriedens dar. Dies berechtige den Vermieter bzw. Zwangsverwalter zur fristlosen Kündigung.

Schlagworte zum Thema:  Kündigung

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