21.05.2012 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Kleine Tiere

Serienelemente
Kleines Tier ist nicht automatisch Kleintier
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Immer wieder haben es Richter mit ungewöhnlichen und skurrilen Fällen zu tun. In jeder Ausgabe von "Der Verwalter-Brief" stellen wir solch einen Fall vor. Lesen Sie die Fälle jetzt auch online. Diesmal: Kleine Tiere.

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, und so landet immer wieder die Streitfrage vor Gericht, ob sich der Mieter einen Vierbeiner anschaffen darf. In einem Fall vor dem AG Spandau sollte es ein Yorkshire-Terrier sein. Dem Mietvertrag zufolge war das Halten von Kleintieren „wie Vögel, Zierfische, Hamster und vergleichbare Tiere“ erlaubt, für andere Tierhaltung, insbesondere Hundehaltung, sollte es auf die Zustimmung des Vermieters ankommen.

Als der Vermieter den Yorkshire-Terrier nicht genehmigen wollte, zog der Mieter vor Gericht ­– erfolglos. Einen Anspruch, den Hund zu genehmigen, sah das Gericht nicht. Aber ohne Genehmigung gehe es nicht. Denn nur weil der gewünschte Hund klein sei, sei er noch lange kein Kleintier, so das Gericht (Urteil v. 13.4.2011, 13 C 574/10). Würde man hinsichtlich der Hundegröße differenzieren, sei überhaupt nicht klar, was ohne Genehmigung des Vermieters erlaubt sei und was nicht: Yorkshire-Terrier und Zwergpudel ja, großer Pudel wahrscheinlich nein, Schäferhund sicher nein, Dackel vielleicht. Mit einem solchen Wirrwarr konnte sich das Gericht nicht anfreunden und entschied: Hund ist Hund.

Schlagworte zum Thema:  Tierhaltung, Hundehaltung

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