04.06.2013 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Drahtlos, arglos, Geld los?

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Was treibt der Mieter mit dem WLAN?
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer wieder haben es Richter mit ungewöhnlichen und skurrilen Fällen zu tun. In jeder Ausgabe von "Der Verwalter-Brief" stellen wir solch einen Fall vor. Lesen Sie die Fälle auch online. Diesmal: Drahtlos, arglos, Geld los?

Nicht schlecht gestaunt haben dürften die Vermieter einer Wohnung in München, als ihnen der Brief eines Rechtsanwalts ins Haus flatterte. Darin wurde ihnen zusammen mit einer saftigen Rechnung eröffnet, dass von ihrem Internetanschluss aus mehrere Musikalben illegal zum Download angeboten worden waren. Den Schuldigen hatten sie schnell ausgemacht: Ihr Mieter, dem sie die Nutzung ihres WLAN gestattet hatten, war virtuell auf illegalen Pfaden unterwegs – und real zwischenzeitlich über alle Berge. Die Musikfirma hielt sich an die Vermieter als Anschlussinhaber und verlangte Schadensersatz und Erstattung ihre Anwaltskosten.

„Dank guter Vorsorge gibt’s kein Geld“, sagte das AG München (Urteil v. 15.2.2012, 142 C 10921/11). Die Vermieter hatten sich nämlich vom Mieter schriftlich zusichern lassen, dass dieser über ihren Internetanschluss keine rechtswidrigen Dinge tut. Außerdem war das Netzwerk gesichert, sodass kein Unbefugter darauf zugreifen konnte. Schließlich konnten die Vermieter nachvollziehbar darlegen, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt nicht selbst online gewesen sein können – also blieb nur der Mieter als Übeltäter übrig und die Vermieter konnten ihren Geldbeutel geschlossen lassen.

Schlagworte zum Thema:  Schadensersatz, Mietvertrag

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