30.04.2012 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Der Bodenluftspalt

Serienelemente
Es fehlte nicht viel
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer wieder haben es Richter mit ungewöhnlichen und skurrilen Fällen zu tun. In jeder Ausgabe von "Der Verwalter-Brief" stellen wir solch einen Fall vor. Lesen Sie die Fälle jetzt auch online. Diesmal: Der Bodenluftspalt.

Wenige Millimeter trieben die Mieter einer Berliner Wohnung zum Gang vor Gericht.

Den Mietern gefiel das Linoleum, mit dem der Vermieter die Wohnung versehen hatte, nicht. Zur Abhilfe hatten sie schon eine Idee: Einfach Teppichboden obendrauf. Doch so einfach war es dann doch nicht: Die Auslegeware hätte zwar die Wohnung verschönert, die Türen aber ihrer Beweglichkeit beraubt. „Dann muss eben der Vermieter die Türen kürzen, damit wir unseren Teppich verlegen können“, sagten die Mieter.

„Keinen Finger muss der Vermieter rühren“, befand das AG Lichtenberg (Urteil v. 9.6.2011, 111 C 319/09). Es ist kein Mangel der Wohnung, wenn die Türblätter so weit zum Boden reichen, dass der Mieter auf dem vorhandenen Bodenbelag nicht ohne weiteres einen weiteren verlegen kann. Vielmehr muss der „Bodenluftspalt“, wie der Abstand zwischen Türblatt und Boden fachmännisch heißt, an dem vorhandenen Belag ausgerichtet sein. Aus DIN-Sicht dürfen die Türen bis zu 0,5 mm an den Boden heranreichen, erklärte ein eigens beauftragter Sachverständiger. Hier waren sogar 5,3 mm Platz – technisch und rechtlich mehr als genug. Aber halt nicht genug, um Teppich zu verlegen.

Schlagworte zum Thema:  Mietmangel

Aktuell

Meistgelesen