12.02.2013 | Serie Kuriose Fälle vor Gericht - Auch das noch

Angekreidet

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Bunte Kindermalerei war des Vermieters Sache nicht
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Immer wieder haben es Richter mit ungewöhnlichen und skurrilen Fällen zu tun. In jeder Ausgabe von "Der Verwalter-Brief" stellen wir solch einen Fall vor. Lesen Sie die Fälle jetzt auch online. Diesmal: Angekreidet.

Über eine Reinigungsmaßnahme stritten sich der Vermieter und die Mieterin einer Wohnung vor dem Amtsgericht Wiesbaden. Der Sohn der Mieterin hatte den Boden vor dem Hauseingang mit Straßenmalkreide verziert. Das behagte dem Vermieter nicht. Er ließ das Kunstwerk umgehend mit einem Hochdruckreiniger entfernen. In der Betriebskostenabrechnung stellte er der Mieterin hierfür 44,08 Euro in Rechnung.

„Das ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen“, sagte das AG Wiesbaden (Urteil v. 26.1.2007, 93 C 6086/05-17) und zeigte sich kinderfreundlich: Selbst wenn das Bemalen des Bodens durch ein Kind nicht vom normalen Mietgebrauch gedeckt sein sollte, sei es jedenfalls nicht angemessen, gleich zum Hochdruckreiniger zu greifen. Der Vermieter hätte einfach den nächsten Regen abwarten können. Auch das Argument, dass ohne die Maßnahme Kreidepartikel ins Haus getragen worden wären, überzeugte das Gericht nicht. Schließlich sei es üblich, sich vor dem Betreten eines Hauses die Füße abzutreten.

Schlagworte zum Thema:  Mietrecht

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