Die Grundsteuer, die Sie für Ihre Mietobjekte zahlen, dürfen Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen (oder natürlich über die Nebenkosten auf den Mieter umlegen). D. h., mögliche Erhöhungen durch die Reform der Grundsteuer können Sie ebenfalls dem Mieter weiterberechnen, vorausgehend setzen Sie die Zahlungen natürlich ab.

 
Praxis-Tipp

Grundsteuerersparnis auf Antrag

Sind die Mieten aus einem Ihrer Objekte im vergangenen Jahr um mehr als 50 % zurückgegangen? Oder wegen Leerstands sogar ganz ausgeblieben? Dann können Sie bis 31.3. jeden Jahres noch einen Antrag auf Erlass der Grundsteuer stellen.

Möglich ist so ein Erlass von bis zu 50 % der Grundsteuer, wenn Sie wegen Leerstands überhaupt keine Mieteinnahmen aus dem betreffenden Objekt hatten.

Bei einer Ertragsminderung von mehr als 50 % können Ihnen immerhin 25 % der Grundsteuer erlassen werden.

Aber aufgepasst: Als Vermieter müssen Sie nachweisen, dass Leerstand oder sonstige Mietausfälle nicht auf Ihr Konto gehen. Sie müssen somit darlegen, dass das Objekt wegen Schäden (Hochwasser, Blitzschlag, Brand) unvermietbar wurde, dass Ihre Pfändungsversuche bei einem zahlungsunfähigen Mieter erfolglos geblieben sind. Oder dass Sie sich nachhaltig darum bemüht haben, neue Mieter zu finden.

 
Praxis-Tipp

Wie Sie einen Grundsteuererlass beantragen können

Für den Antrag auf Grundsteuererlass gibt es kein spezielles Formular. Es genügt ein formloses Schreiben an das Steueramt Ihrer Stadt oder Gemeinde bzw. an das Finanzamt, soweit das Objekt in Bremen, Hamburg oder Berlin liegt.

Daraus sollte hervorgehen, wie hoch die Mietausfälle im Vergleich zum erwarteten Gesamtertrag sind. Außerdem müssen Sie deutlich machen, dass Sie als Eigentümer nichts für den Leerstand können. Dokumentieren Sie bei Leerstand alles, was Sie zur Vermeidung der Mietausfälle unternommen haben: Also z. B. gescheiterte Pfändungsversuche bei zahlungsunfähigen Mietern, geschaltete Anzeigen, Besichtigungstermine, die Beauftragung eines Maklers.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt und klar dokumentiert, muss Ihre Stadt oder Gemeinde Ihnen den Grundsteuererlass gewähren (§ 33 Grundsteuergesetz).

 
Praxis-Tipp

Und noch ein Ausblick auf die neue Grundsteuer: Was auf Sie als Vermieter zukommt

Ab dem 1.1.2022 werden alle Grundstücke und Häuser neu bewertet. In diesem Zusammenhang wird das Finanzamt eine Grundsteuererklärung bei Ihnen anfordern. Künftig zählen neben dem Bodenwert insbesondere auch Erträge, also Ihre Mieteinnahmen.

Die neu berechnete Grundsteuer wird ab dem 1.1.2025 zu zahlen sein. Die wird grundsätzlich von den Immobilieneigentümern gezahlt, die die Kosten auch weiterhin über die Betriebskosten auf die Mieter umlegen können.

Wie teuer es am Ende für Hausbesitzer und Mieter werden wird, bleibt abzuwarten. Denn letztlich bestimmen die Kommunen mit ihren Hebesätzen die Höhe der Grundsteuer. Und die werden auf jeden Fall noch angepasst werden.

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