Schwerwiegende steuerliche Einschnitte

Die wichtigsten Maßnahmen auf dem Immobiliensektor stellen wir Ihnen hier kurz vor (Stand 19.11.2002).

Eigenheimzulage

Die Grundförderung von zurzeit 2.556 EUR (Neubauten) bzw. 1.278 EUR (Altbauten) soll stark gekürzt werden. Künftig soll eine Eigenheimzulage nur noch dann gewährt werden, wenn Kinder steuerlich zu berücksichtigen sind. Anstatt einer Kinderzulage von derzeit 767 EUR soll der Anspruchsberechtigte dann pro Kind eine Zulage von 1.000 EUR erhalten. Werden kinderlose Eigenheimbesitzer innerhalb von 5 Jahren nach Baubeginn oder Kauf noch zu Eltern, soll die Zulage vollständig nachgezahlt werden. Ob ein Haus neu gebaut oder ein bestehendes Objekt gekauft wird, soll in Zukunft keinen Unterschied mehr machen. Um den förderungswürdigen Kreis weiter einzugrenzen, sollen auch noch die Einkunftsgrenzen gesenkt werden. Alleinerziehende sollen innerhalb von zwei Jahren nicht mehr als 70.000 EUR (bisher 81.807 EUR) und Ehepaare nicht mehr als 140.000 EUR (bisher 163.614 EUR) verdienen dürfen. Die Einkommengrenzen sollen um 10.000 EUR pro Kind aufgestockt werden. Wichtig: Nur wer sich beeilt und vor dem 31.12.2002 den notariellen Kaufvertrag abschließt bzw. den Bauantrag stellt, kommt noch in den Genuss der bisherigen Regelung.

Lineare Gebäudeabschreibung (§ 7 Abs. 4 EStG)

Bislang dürfen für die Abnutzung eines Gebäudes gleichbleibend 2 %, 2,5 % oder 3 % abgeschrieben werden. Der Abschreibungssatz hängt dabei vom Baujahr und der Gebäudenutzung (betrieblich oder zu Wohnzwecken) ab. Künftig soll es nur noch einen einheitlichen Abschreibungssatz von 2 % geben.

Degressive Gebäudeabschreibung (§ 7 Abs. 5 EStG)

Diese durch fallende Abschreibungssätze gekennzeichnete Gebäudeabschreibung soll ab 2007 ganz abgeschafft werden. Gebäude könnten dann nur noch linear mit 2 % über 50 Jahre abgeschrieben werden. Im Rahmen einer Übergangsregelung ist allerdings vorgesehen, dass Gebäude, die bis Ende 2006 gebaut oder gekauft werden, in den ersten acht Jahren mit je 3% und die folgenden 38 Jahre mit je 2% abgeschrieben werden können.

Spekulationssteuer

Die Spekulationsfrist von derzeit 10 Jahren bei nicht selbstgenutzten Immobilien soll gänzlich entfallen mit der Wirkung, dass sämtliche Veräußerungsgewinne steuerpflichtig sind. Dabei ist vorgesehen, dass künftig der Gewinn aus dem Verkauf von nicht selbst genutzten Immobilien mit einer Pauschalsteuer von 15% belegt wird. Diese Regelung soll aber nur gelten für Immobilien, die nach In-Kraft-treten der neuen Regelung (voraussichtlich 21.2.2003) erworben werden. Bei Altbesitz, der vor diesem Zeitpunkt erworben wurde, soll eine pauschale Steuer von 1,5% auf den gesamten Verkaufserlös erhoben werden.

Vermietung an nahe Angehörige

Um in diesem Fall die vollen Werbungskosten in Abzug bringen zu dürfen, muss die vereinbarte Miete mindestens 75 % (bisher 50 %) der ortsüblichen Miete betragen.

Anschaffungsnaher Aufwand

Hier soll per Gesetz der Rechtszustand wieder hergestellt werden, wie er sich vor der neuen Rechtsprechung des BFH dargestellt hat.

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