Nachbarrecht von A-Z / 169 Wasser

Sie wohnen am Berg – glücklicherweise ganz oben. Für das Regenwasser, das bei besonders starkem Regen fast schon den Gemüsegarten Ihres Nachbarn, der unterhalb von Ihnen wohnt, ertränkt, können Sie nichts.

Die nachbarlichen Beziehungen bei wild abfließendem Wasser (auch Niederschlagswasser) regeln die Vorschriften zum wasserrechtlichen Nachbarrecht. Die stehen meist in den Landeswassergesetzen und nur zum Teil in den Nachbarrechtsgesetzen der Bundesländer, so wie z. B. in Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt.

Dass bei einem natürlichen Geländeverhältnis Wasser vom Oberliegergrundstück auf das Unterliegergrundstück abfließt, ist ganz normal.

Solange Sie als "Oberlieger" den Wasserabfluss nicht zum Nachteil des Unterliegers verändern oder verstärken, muss der Unterlieger den Wasserzufluss als Naturereignis hinnehmen. Er kann von Ihnen nicht verlangen, dass Sie als Oberlieger den Wasserzufluss verhindern.

Natürlich kann er aber Schutzmaßnahmen ergreifen, um das Wasser von seinem Grundstück fernzuhalten – aber nur, solange das ohne eine erhebliche Beeinträchtigung des Oberliegergrundstücks geht.

Allerdings: Verändert sich durch ein geplantes Bauvorhaben des Oberliegers der Abfluss des Niederschlagswassers zum Nachteil des tiefer liegenden Nachbargrundstücks wesentlich, kann Ihr Nachbar deswegen die Ihnen erteilte Baugenehmigung anfechten (OVG Lüneburg, Beschluss v. 12.7.1994, 6 M 3522/94, NuR 1995 S. 416).

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