Unter den Ländern mit dem größten Bruttoinlandsprodukt (BIP) belegte Indien mit ca. 2,85 Mrd. USD Rang 7 im Jahr 2018 (USA rund 20,41 Mrd. USD, Deutschland 4,2 Mrd. USD.[1]

In der jüngeren Vergangenheit ist Indien in den Fokus ausländischer Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment, FDI) und institutioneller Anleger aus dem Ausland (Foreign Institutional Investors – FII) gerückt.

Investiert wurde vor allem im Dienstleistungssektor, in der IT-Branche, im Bauwesen, in der Telekommunikation sowie in der Kfz-Industrie. Zu den größten deutschen Direktinvestoren in Indien gehören Siemens, Daimler, Volkswagen Bosch und MAN in den Branchen Technologie und Kfz.

Seine Größe und sein Wachstumspotenzial machen Indien zu einem attraktiven Markt. Die indische Wirtschaft wächst derzeit um etwa sieben Prozent. Das stärkste Argument für eine Investition in Indien aber ist die hohe Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment, ROI). Indiens freie Marktwirtschaft, die gesetzlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen honorieren freies Unternehmertum und Risikobereitschaft. Die natürlichen Ressourcen und die in aller Regel gut ausgebildeten Mitarbeiter könnten Indien zu einer mutigen, aber machbaren Wahl gerade auch für mittelständische Investoren machen. Leider gilt dies aber nur bedingt. Denn obwohl Indiens Ministerpräsident Narendra Modi "die Wirtschaft" in den Fokus rückt, obwohl er Indien digitalisieren will (auf Twitter hat er 30 Mio. Follower, US-Präsident Trump zum Vergleich hat 53,1 Mio.), obwohl er offensiv um ausländische Investoren wirbt, sieht die Realität vor Ort teilweise drastisch anders aus.

Zwar drängt Modi auf Wirtschaftsreformen. Das bürokratisch-schwerfällige Foreign Investment Promotion Board, das die FDI-Anträge prüfte und genehmigte, wurde abgeschafft und durch ein einfacheres – aber immer noch nicht einfaches – Genehmigungsverfahren ersetzt. Weiterhin hat Modi 2017 erstmals eine einheitliche Mehrwertsteuer für Indien, die "Goods and Services Tax" (GST) durchgesetzt. Unternehmen und die indische Wirtschaft profitierten von der GST. Auch der internationale Währungsfonds (IWF) kommt in seinem Länderbericht vom 6.8.2018 zu einem positiven Gesamtergebnis, obwohl die Einführung und die damit verbundenen Übergangsschwierigkeiten zu Beginn des zweiten Halbjahrs 2017 zunächst für einen Einbruch beim Wachstum führten. Mittlerweise hat das Wirtschaftswachstum jedoch wieder merkbar angezogen. Kritisch zu sehen sind allerdings die immer noch große Zahl von Steuersätzen und die komplexe Verfahrensstruktur.

[1] Quelle: statista.

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