Heizkosten und Warmwasser abrechnen: Was sich ab dem 1.1.2014 ändert

Eigentümer und Vermieter von Mehrfamilienhäusern brauchen spätestens bis zum 31.12.2013 zusätzliche Wärmemengenzähler für die Warmwasserabtrennung. Sprich: Besitzen Sie eine verbundene Anlage, sollten Sie sich spätestens jetzt darum kümmern!

Geht es nach der Heizkostenverordnung (§ 12 Abs. 1 Satz 1 HeizkV) müssen Sie die Warmwasser- und Heizkosten bereits seit Langem verbrauchsabhängig abrechnen. Halten Sie sich nicht daran, darf Ihr Mieter seine Abrechnung pauschal um 15 % kürzen.

Unterscheiden Sie einen Warmwasserzähler vom neuen Wärmezähler

Selbst wenn Sie bereits einen Warmwasserzähler für das Erfassen und Berechnen des Wärmeenergieverbrauchs besitzen, brauchen Sie ab dem 1.1.2014 zusätzlich noch einen Wärmezähler für die Warmwasserabtrennung.

Das schreibt die Heizkostenverordnung seit ihrer Novellierung zum 1.1.2009 in § 9 Abs. 2 Satz 1 HeizkV so vor.

Bisher wird nur gerechnet und nicht der tatsächliche Verbrauch erfasst

Mit den bereits vorhandenen Warmwasserzählern in den Wohnungen wird bisher nur der Wasserverbrauch erfasst. Aus den gemessenen Verbrauchsdaten des Warmwasserzählers wird bisher mit Hilfe einer rein rechnerischen Formel die Energie für das Erwärmen des Warmwassers berechnet.

Nach dem 31.12.2013 ist diese rechnerische Art der Ermittlung – bis auf wenige Ausnahmen – weder möglich noch zulässig. Deswegen sind Sie als Hauseigentümer dafür verantwortlich, dass bis spätestens zum 31.12.2013 in Ihrem Haus Wärmezähler installiert und fortan für die Warmwasserabtrennung eingesetzt werden.

Die neuen Wärmezähler werden üblicherweise meist im Keller zwischen dem Warmwasserboiler und der Zentralheizung montiert und erfassen die tatsächliche (nicht nur nach einer Formel berechnete) Energie für das Erwärmen des Wassers.

So können Sie die tatsächlich angefallenen Kosten genauer verteilen und den Mietern separat von den Heizkosten ausweisen.

Wer nicht korrekt abrechnet, muss mit einer Kürzung rechnen

Bisher wurde weniger darauf geachtet, mit welchen Geräten der Warmwasserverbrauch erfasst wird. Das wird sich jedoch spätestens ab dem 1.1.2014 mit den neuen Wärmezählern ändern!

Ab diesem Zeitpunkt hat Ihr Mieter schlimmstenfalls ein Kürzungsrecht entsprechend § 12 Abs. 1 Satz 1 HeizkV, wenn Sie mit veralteten Messgeräten oder aber im Fall der Warmwasserabtrennung gänzlich ohne den ab 1.1.2014 vorgeschriebenen zusätzlichen Wärmezähler arbeiten.

Auch alte "Verteiler" müssen ausgetauscht werden

Zusätzlich zu den Wärmezählern müssen Sie auch Warmwasserkostenverteiler, die bereits vor dem 1.1.1987 installiert wurden, und Heizkostenverteiler, die vor dem 1.7.1981 montiert wurden, bis zum 31.12.2013 austauschen (§ 12 Abs. 2 Nr. 2 HeizkV).

Selbst eine jetzt noch taugliche Messeinrichtung zur Ermittlung des Warmwasserverbrauchs, die vor dem 1.1.1987 für das Erfassen des anteiligen Warmwasserverbrauchs eingebaut wurde, kann Ihren Mieter ab dem 1.1.2014 unter Umständen zum Kürzen nach § 12 Abs. 1 Satz 1 HeizkV berechtigen.

Konkret heißt das für Sie: Sie brauchen ab dem 1.1.2014 Warmwasserzähler, die exakt den Warmwasserverbrauch registrieren. Eine Ausnahme gilt für Heizkostenverteiler, die von einer sachverständigen Stelle neu zugelassen worden sind. Die dürfen Sie dann nach 2013 weiter verwenden.

Bei preisgebundenen Wohnungen im Sinne der Neubaumietenverordnung 1970 ist für die Heizkostenverteiler als Stichtag der "1.8.1984" statt dem 1.7.1981 maßgebend.

Wann Sie um einen Austausch herum kommen

Sie können als Vermieter von dieser Auflage nur befreit werden, wenn die Kosten oder der Aufwand der Installation unzumutbar hoch sind.

Der Mieter ist andererseits berechtigt, den auf ihn entfallenden Anteil an den Heiz- und/oder Warmwasserkosten um 15 % zu kürzen, wenn Sie nicht den ab 1.1.2014 zusätzlich erforderlichen Wärmemengenzähler installiert haben, ihn für die Warmwasserabtrennung nutzen und auch kein Ausnahmefall gegeben ist, der Sie vom Einbau des Wärmezählers befreit.

Praxis-Tipp

Rechtzeitig planen und installieren

Planen Sie rechtzeitig den Einbau von Wärmemengenzählern in Ihrem Haus ein. Am besten besprechen Sie die Arbeiten mit Ihrem Hausinstallateur.

Holen Sie vorab Informationen über geeignete Wärmezähler ein und lassen Sie die vor dem 31.12.2013 installieren.

Fragen Sie doch einfach bei dem Dienstleister, der Ihre Heizkostenabrechnung macht, nach und vergessen Sie nicht, ihm mitzuteilen, dass er den neuen Wärmezähler in die Abrechnung aufnehmen soll!

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