Haushaltsnahe Dienstleistun... / 3 Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen nach § 35a Abs. 2 S. 2 EStG

Die Steuerermäßigung beträgt 20 %, höchstens jedoch 660 EUR. Diese Regelung ist für die Miete von Bedeutung, wenn die Betriebskosten auf den Mieter umgelegt worden sind. In Betracht kommen insbesondere folgende Betriebskostenpositionen (siehe dazu auch Blümmel, GE 2007, 760, 762):

  • Wartungs- und Reinigungskosten für Heizanlagen, Warmwassergeräte, Aufzüge;
  • Schornsteinfegergebühren;
  • Kosten der Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung, Kosten der Gartenpflege;
  • Kosten der Inanspruchnahme eines Unternehmens für Hausmeisterarbeiten;
  • Kosten der Dachrinnenreinigung;
  • Kosten der Überprüfung von Feuerlösch-, Blitzschutz- und Elektroanlagen;
  • Kosten der Heizkostenabrechnung.

Zu den begünstigten Aufwendungen des Steuerpflichtigen gehört der Bruttoarbeitslohn einschließlich eventueller Maschinen- und Fahrtkosten. Materialkosten zählen nicht zu den begünstigten Aufwendungen (AWS Rz. 29).

Hinweis

Nachweis in Abrechnung oder Bescheinigung ans Finanzamt

Der Mieter muss den auf ihn entfallenden Anteil der Aufwendungen gegenüber dem Finanzamt nachweisen. Der Nachweis erfolgt (AWS Rz. 33) entweder durch den gesonderten Ausweis der begünstigten Handwerkerleistungen in der Jahresabrechnung oder durch eine Bescheinigung des Vermieters. Der Vermieter hat ein Wahlrecht; einen Anspruch auf Ausstellung einer Bescheinigung hat der Mieter nicht (Beck, GE 2007, 1540, 1541).

Anders ist es, wenn die begünstigten Handwerkerleistungen nicht in der Betriebskostenabrechnung ausgewiesen werden. In diesem Fall folgt der Anspruch des Mieters auf Ausstellung einer Bescheinigung für das Finanzamt aus § 242 BGB (Beuermann, GE 2006, 1600). Ein Muster einer solchen Bescheinigung findet sich in der Anlage zu dem BMF-Schreiben vom 26.10.2007. Obwohl die Einkommensteuererklärung nach § 149 Abs. 2 AO grundsätzlich bis zum 31.5. des Folgejahres abzugeben ist, kann der Mieter nicht verlangen, dass ihm vor Zugang der Abrechnung eine zur Vorlage beim Finanzamt geeignete Bescheinigung ausgehändigt wird (Kinne, GE 2007, 764). Ebenso wenig ist der Vermieter verpflichtet, bereits zu diesem Zeitpunkt über die Betriebskosten abzurechnen (Kinne, a. a. O.). Für die Betriebskostenabrechnung gilt: Umlagefähig sind nach wie vor die für die jeweilige Betriebskostenposition entstandenen Gesamtkosten, also die Lohn- und die Materialkosten. Zudem sollte in der Betriebskostenabrechnung erläutert werden, ob und in welcher Höhe in der jeweiligen Betriebskostenposition Materialkosten enthalten sind (z. B. Kosten für die Erneuerung von Pflanzen und Erde bei den Gartenpflegekosten).

Praxis-Tipp

Handwerkerrechnung spezifizieren und unbar zahlen

Der Vermieter muss künftig darauf achten, dass der Handwerker eine spezifizierte Rechnung erstellt und dass die Bezahlung unbar erfolgt. In der Akzeptanz unspezifizierter Rechnungen oder in der Barzahlung liegt ein Verstoß gegen den Wirtschaftlichkeitsgrundsatz (§ 556 Abs. 3 S. 1 BGB).

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