Ferienwohnungen in Berlin: Klagen gegen Zweckentfremdungsverbot gescheitert
  
Begriff

In Berlin sind mehrere Klagen gegen das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnungen gescheitert. Vermieter von Ferienwohnungen waren vor das Verwaltungsgericht gezogen.

Ferienwohnungen in Wohnraum verboten

Seit Ende 2013 gilt in Berlin ein grundsätzliches Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum. Für Ferienwohnungen gilt das Verbot unter bestimmten Voraussetzungen nach einer Übergangsfrist erst seit dem 1.5.2016.

Hiergegen hatten mehrere Vermieter von Ferienwohnungen geklagt. Mit ihren Klagen wollten sie die Erteilung sogenannter Negativatteste erreichen. Hierdurch wird bestätigt, dass für die Nutzung von Räumen keine zweckentfremdungsrechtliche Genehmigung erforderlich ist.

Die klagenden Eigentümer meinen, die Zweckentfremdungsverbot-Verordnung (ZwVbVO) halte sich nicht in dem Rahmen, den das Zweckentfremdungsverbot-Gesetz (ZwVbG) vorgibt. Zudem verstießen die Regelungen gegen die Berufsfreiheit und die Eigentumsgarantie.

Zweckentfremdungsverbot ist rechtmäßig

Das Verwaltungsgericht Berlin sieht dies anders und hat die Klagen abgewiesen.

Der Berliner Senat habe wirksam die Feststellung getroffen, dass die Voraussetzungen eines Zweckentfremdungsverbots im gesamten Stadtgebiet erfüllt seien. Die Nutzung von Wohnraum zur gewerblichen Vermietung von Ferienwohnungen stelle eine verbotene Zweckentfremdung dar.

Eine Verletzung der Berufsfreiheit sahen die Richter hierin nicht. So sei es weiterhin möglich, gewerblich Ferienwohnungen zu vermieten – nur eben nicht in geschütztem Wohnraum. Auch das Eigentumsgrundrecht sei nicht verletzt. Aus der Eigentumsgarantie folge kein Anspruch, den Wohnraum mit der größtmöglichen Gewinnerwartung nutzen zu dürfen.

Den berechtigten Belangen der gewerblichen Anbieter von Ferienwohnungen sei durch die Einräumung einer 2-jährigen Übergangsfrist ausreichend Rechnung getragen worden. Zudem könne in Ausnahmefällen eine Genehmigung erteilt werden.

Vermieter können Rechtsmittel einlegen

Mit den Urteilen ist das letzte Wort aber noch nicht unbedingt gesprochen. Das Gericht hat die Berufung zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zugelassen. Ein Anwalt der Internet-Plattform Wimdu, über die viele Wohnungen vermittelt werden, kündigte bereits an, Rechtsmittel einzulegen.

VG Berlin, Urteile v. 8.6.2016, VG 6 K 103.16 u. a.

 
Hinweis

Zweitwohnungen als Ferienwohnungen

Anders beurteilt das Verwaltungsgericht die Rechtslage bei Zweitwohnungen in Berlin, die deren Eigentümer während ihrer Abwesenheit als Ferienwohnung vermieten wollen (VG Berlin, Urteile v. 9.8.2016, VG 6 K 91.16, VG 6 K 151.16 und VG 6 K 153.16). Hierdurch werde der Bevölkerung kein Wohnraum entzogen, sodass die Eigentümer eine Ausnahmegenehmigung verlangen könnten.

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