1. Family Offices fallen nach dem derzeit geltenden Merkblatt der BaFin nicht in den Anwendungsbereich des KWG. Das Inkrafttreten der AIFM-Richtlinie und deren nationale Umsetzung stellen die bislang geltende Erlaubnisfreiheit in Frage.
  2. Nach Erwägungsgrund (7) der AIFM-Richtlinie sollen Family Offices grundsätzlich nicht in den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen. Eine Legaldefinition fehlt allerdings. Bestimmendes Tatbestandsmerkmal dürfte das Nichteinwerben von Kapital am Markt und mithin die ausschließliche Anlage des Kapitals einer Familie sein. Für Single Family Offices sind diese Voraussetzungen erfüllt, für Multi Family Offices sollten sie erfüllbar sein.
  3. Die Vermeidung der Anwendbarkeit der AIFM-Richtlinie setzt voraus, dass ein Multi Family Office nicht auf eine Poolung der eingeworbenen Mittel abzielt, sondern für jede Familie getrennt optimiert. Kommt es hierbei allerdings zu – nicht von vornherein geplanten – identischen Investmentempfehlungen bzw. Parallelinvestments, ist dies nicht tatbestandsmäßig i. S. d. AIFM-Richtlinie.
 

Autoren

Dipl.-Kfm. Dr. Martin Krause ist Rechtsanwalt und Partner bei Norton Rose LLP. Er berät Asset Manager und institutionelle Investoren in den Bereichen offene und geschlossene Fonds sowie strukturierte Kapitalmarktprodukte und Derivate.

Dr. Ulf Klebeck ist zugelassener Rechtsanwalt und Senior Fund Lawyer. Er ist spezialisiert auf Fondsstrukturierungen für in- und ausländische institutionelle und private Investoren, Manager und Initiatoren im Bereich Traditional Asset Management sowie Alternative Investments.

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