EnEV 2014 – Umsetzung bauli... / 2 Warmwasserbereitung

Für die Warmwasserbereitung wird anteilsmäßig immer mehr Energie benötigt. In einem energetisch unsanierten Gebäude, das circa 1985 errichtet wurde, beträgt der Anteil für die Warmwasserbereitung 15 bis 25 %. Mit zunehmenden Verbesserungen an der Energieeffizienz der Gebäudehülle wächst er auf bis zu 60 % des gesamten Energiebedarfs, beispielsweise bei einem Gebäude nach Passivhausstandard. Nachdem Warmwasser, anders als die Raumheizung, zusätzlich das ganze Jahr über zur Verfügung stehen muss, werden die Einsparpotenziale in diesem Sektor immer bedeutsamer. Und auch hier macht der direkte Einfluss des Nutzerverhaltens einen wesentlichen Bestandteil des Energieverbrauchs aus, der höchste Einsparfaktor ergibt sich bei der Warmwasserbereitung durch sparsamen Verbrauch. Denn was nicht verbraucht wird, muss logischerweise nicht erwärmt werden.

Durch bauliche Maßnahmen lässt sich der Energieaufwand ebenso begrenzen. Die größte Energieeffizienz wird erzielt, wenn der Heizkessel der Heizanlage als Nebenaufgabe die Warmwasserbereitung zentral übernimmt. Dezentrale Systeme sind im Sanierungsfall oft gute Lösungen, können jedoch beim Vergleich des Energieaufwands nicht konkurrieren. Wie bereits zuvor dargestellt, sind thermische Solaranlagen sehr gut geeignet, die Warmwasserbereitung ökologisch und ökonomisch sinnvoll zu unterstützen. Die Verbrauchskosten für die Warmwassererwärmung können somit auf weniger als die Hälfte gesenkt werden.

Wenn bei zentraler Versorgung mit Warmwasser die Leitungen zu lang werden, sind Zirkulationsleitungen sinnvoll. Sie verursachen jedoch dauerhaften Energieaufwand, da die Pumpen Strom verbrauchen und das abgekühlte Wasser immer wieder neu erwärmt werden muss.

 

Praxis-Tipp

Zirkulationspumpe abschalten in kinderlosen Haushalten

Wenn nun über längere Zeit, das heißt länger als etwa 1 Stunde, kein Warmwasser benötigt wird, lohnt es sich, die Zirkulationspumpen abzuschalten. In Haushalten ohne Kinder geht die Rechnung auf. Hier geht man davon aus, dass die Zirkulation 6 Stunden pro Tag abgeschaltet werden könnte und dadurch eine Energieeinsparung von 5 % möglich wäre.

In Mehrfamilienhäusern mit Kindern ist die Abschaltung jedoch nicht sinnvoll, weil im üblichen Tagesablauf immer wieder warmes Wasser benötigt wird.

Eine gute neue Idee ist die sogenannte Rohr-an-Rohr-Installation. Dabei werden die Warmwasser- und die Zirkulationsleitung gemeinsam in einer doppelten Isolierschale geführt. Durch diese platzsparende Installationsmethode sollen die Wärmeverluste bei der Warmwasserverteilung um bis zu 18 % reduziert werden.

Bei klassischer Montage der Leitungen nebeneinander trägt die ordnungsgemäße Dämmung der Warmwasserleitungen zur Reduzierung der Energieverluste bei. Durch freiwillige Verdoppelung der geforderten Dämmstärken lässt sich die Effizienz weiter erhöhen, wobei diese Investition wegen der Amortisationszeiten nur bei Neubauten oder grundlegenden Sanierungen sinnvoll ist.

 

Hinweis

Umlage auf Mieter

Der Aufwand, der nötig ist, um künftig nachhaltig Energie oder Wasser einzusparen, kann auf die Mieter umgelegt werden.

Auch bei Modernisierungen der Warmwasserbereitung gilt: Sie sind verfahrens- und genehmigungsfrei. Das bedeutet allerdings nicht, dass dabei keine Vorschriften einzuhalten wären.

 

Achtung

Legionellenschutz beachten

Insbesondere dem Schutz vor Legionellen ist Aufmerksamkeit zu widmen. Die ausführenden Handwerker oder entsprechende Fachingenieure bieten Beratung hierzu an.

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