EnEV 2014 – Umsetzung bauli... / 1 Heizungsanlage

Die Bauteile, aus denen Heizungsanlagen bestehen, haben ungefähr folgende Lebenserwartung:

 
Bauteil Lebensdauer
Heizkessel 15 bis 30 Jahre
Brenner (Öl oder Gas) 10 bis 15 Jahre
Heizkörper aus Guss 30 bis 50 Jahre
Heizkörper aus Stahl 20 bis 40 Jahre
Öltanks 20 bis 30 Jahre

In der EnEV 2014 wurden die Bestimmungen für alte Heizkessel verschärft.

 

Achtung

Vor 1984 eingebaute Heizkessel außer Betrieb nehmen

Demnach müssen nun mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betriebene Heizkessel, die bis Ende des Jahres 1984 eingebaut oder aufgestellt wurden, ab 2015 außer Betrieb genommen werden. Wenn sie 1985 oder später in Betrieb genommen wurden, dürfen sie nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden.

Die bislang gültige Austauschpflicht für Heizungen, die vor 1978 aufgestellt wurden, bleibt weiterhin bestehen.

Bestandsschutz besteht unter anderem für Niedertemperatur- oder Brennwertkessel sowie sehr kleine und sehr große heizungstechnische Anlagen mit weniger als 4 kW oder mehr als 400 kW Nennleistung.

 

Hinweis

Nachtspeicheröfen bleiben

Die Verpflichtung, in bestimmten Bestandsgebäuden elektrische Speicherheizungen außer Betrieb zu nehmen, die § 10a der alten EnEV 2009 vorgibt, ist seit dem 13.7.2013 durch die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2013 wieder entfallen.

Hinter dieser Rücknahme der alten Vorschrift stand die Idee, dass elektrische Speicherheizungen einen ökologisch wertvollen Beitrag bei der Speicherung regenerativer Energien leisten können. Wenn beispielsweise der Strom aus Windenergie nachts nur eingeschränkt Abnehmer findet, kann die Nachtspeicherheizung hier Abhilfe schaffen; der Abnehmer wiederum profitiert von den speziellen vergünstigten Nachtstromtarifen.

Im Zusammenhang mit Modernisierungen im Gebäudebestand sollte die Heizungsanlage als erste Option geprüft werden. Im Vergleich zu allen anderen Energiesparmaßnahmen ist die Amortisationszeit für einen Austausch des Heizkessels am kürzesten. Eine moderne Heizungsanlage braucht bis zu 40 % weniger Energie als überholte Technik. Aufgrund dieses enormen Einsparpotenzials lohnt es sich, den Heizkessel samt Brenner auszutauschen, selbst wenn er noch nicht defekt ist. In Bezug auf den Wirkungsgrad hat die Technik in der jüngsten Zeit sehr große Fortschritte gemacht, die zu wesentlich geringeren Heizkosten führen.

Bedenkenswert ist die Möglichkeit, sich bei einem Kesselaustausch von den fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen und stattdessen regenerative Energien, beispielsweise Holzpellets, einzusetzen. Thermostatventile an den Heizkörpern, vorschriftsmäßige Dämmung der Heizungsrohre, eine außentemperaturgeführte Brennerregelung mit Nachtabsenkung, all diese Gesichtspunkte leisten ihren Anteil zum Energiesparen und sollten allmählich selbstverständlich sein. Eine Abstimmung zwischen Heizkessel, Heizverteilung und Heizkörpern (hydraulischer Abgleich) trägt ebenfalls zum reibungslosen, energiesparenden Betrieb der Heizanlage bei.

 

Hinweis

Folgen einer verbesserten Energieeffizienz

Die verbesserte Energieeffizienz eines Gebäudes, beispielsweise durch eine Wärmedämmung, bewirkt, dass weniger Heizenergie benötigt wird. Aus diesem Grund reicht nach der Sanierung auch ein kleinerer Heizkessel.

Nach Abzug der Instandhaltungskosten können die Maßnahmen an der Heizungsanlage, die nachhaltig Energie einsparen, anteilig auf die Mieter umgelegt werden. Gleiches gilt, wenn beispielsweise von Einzelöfen auf Zentralheizung umgestellt wird, weil in diesem Fall der Wohnwert angehoben wird.

 

Praxis-Tipp

Heizungsmodernisierung durch Fachmann planen

Auch wenn Änderungen an der Heizungsanlage ohne Verfahren und ohne Genehmigung durchgeführt werden dürfen, finden diese Maßnahmen doch nicht im rechtsfreien Raum statt. In den meisten Fällen kann der planende Fachmann, der Kaminkehrer oder die ausführende Firma Auskunft geben.

Die effizienteste Möglichkeit, nachhaltig Heizenergie einzusparen, besteht also in der Modernisierung der Heiztechnik. In den folgenden Abschnitten sollen deshalb die technischen Hintergründe und die verschiedenen Alternativen dargestellt werden. Eine konkrete Beratung durch den Fachmann können die Hinweise allerdings nicht ersetzen.

1.1 Fernwärme

Bei Nutzung von Fernwärme wird die Wärme zentral erzeugt und in einem Leitungssystem über eine Entfernung bis circa 10 Kilometer Entfernung vom Heizkraftwerk verteilt. Längere Strecken sind wegen der Energieverluste in den Leitungen nicht sinnvoll. Energetisch betrachtet sind Fernwärmesysteme eine gute Lösung, weil bei der Erzeugung von Heizenergie im großen Stil der Wirkungsgrad sehr hoch ist und die Abgase mit Filteranlagen sehr effizient gereinigt werden können. Je nach verwendeten Rohstoffen können Heizkraftwerke rechnerisch sogar Primärenergiefaktoren mit dem Wert 0,0 erreichen.

Für den Endverbraucher hat ein Anschluss an das Fernwärmenetz mehrere Vorteile:

  • Er braucht keine eigene Heizungsanlage, nur eine Übergabestation.
  • Die Lagerung von Brennstoffen entfällt.
  • Es ist kein Kamin nötig.
  • Die Versorgung mit Fern...

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