EEG-Novelle, Solarstrom

Strom an den Mieter "verkaufen": Jetzt ohne Ökostromumlage möglich.

Es gibt Gesetzesänderungen, die interessieren Sie sicherlich nicht die Bohne. Es gibt allerdings auch welche, die sollten Sie schon einmal gehört haben und sei es auch nur, um mitreden zu können.

So ist es beispielsweise mit der EEG-Novelle, die am 8.7.2016 von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurde. EEG steht dabei für "Erneuerbare-Energien-Gesetz". In der EEG-Novelle ist unter anderem geregelt, dass Sie als Vermieter zukünftig Solarstromanlagen auf das Dach bauen und den Strom Ihren Mietern verkaufen dürfen, ohne dass dafür die Ökostromumlage fällig wird.

Dadurch können der Vermieter und sein Mieter die Konditionen für den Strombezug frei verhandeln. Das ist gemeint, wenn vom sogenannten "Mieterstrom" gesprochen wird. Bisher waren nur Eigentümer, die sich mit einer Solarstromanlage auf dem Dach selbst versorgten, von den steigenden Umlagen auf Ökostrom teilweise oder ganz befreit.

Jetzt soll das auch für Vermieter als Betreiber solcher Anlagen und die dort wohnenden Mieter ausgeweitet werden.

Wie beide Seiten von der EEG-Novelle profitieren können

Von der EEG-Novelle können beide Seiten – also der Vermieter und sein Mieter – profitieren. Das zeigt dieses kleine Rechenbeispiel:

Sie erzeugen mit Ihrer neuen Solarstromanlage Elektrizität für weniger als 10 Cent je Kilowattstunde. Verkaufen Sie den Strom an Ihren Mieter für 19 Cent je Kilowattstunde weiter, wäre das jedenfalls erst einmal ein gutes Geschäft für Sie als Vermieter.

Aber auch der Mieter könnte vom "Grünstrom" profitieren, denn derzeit müssen Verbraucher im Schnitt mehr als 28 Cent für die Kilowattstunde an ihren Versorger zahlen.

EEG-Novelle: Was für Bürgergemeinschaften gilt

Auch Bürgergenossenschaften sollen nach wie vor eine faire Chance gegenüber großen Stromkonzernen bekommen. Gewinnen sie eine Ausschreibung für eine neue Ökostromanlage, erhalten sie sogar einen Bonus.

Achtung: Vermieter müssen weiterhin ein Gewerbe anmelden

Bei aller Freude über die EEG-Novelle hat die Sache immer noch einen Haken: Private Vermieter, die den gewonnenen Strom aus ihrer Solarstromanlage an den Mieter verkaufen wollen, müssen dafür ein Gewerbe anmelden und mit den einzelnen Mietern Stromlieferverträge abschließen.

Zusätzlich natürlich noch mit den Netzbetreibern und Energieversorgern.

Deswegen fordert Haus & Grund, eine Stromkostenverordnung einzuführen. Damit könnten Vermieter die Stromkosten – vergleichbar der Wärme über die Heizkostenverordnung – dem Mieter gegenüber als Betriebskosten abrechnen.

Wichtig zu wissen: Derzeit sind Wohnungseigentümergemeinschaften noch von der Stromeigenversorgung ausgeschlossen!

Praxis-Tipp

Wie Sie der Staat beim Kauf finanziell unterstützt

Hausbesitzer, die sich eine private Solaranlage anschaffen möchten, erhalten weiter eine gesetzlich geregelte Förderung je erzeugter Kilowattstunde. Die liegt derzeit bei 11 bis 12 Cent pro Kilowattstunde je nach Anlagengröße.

Die konkrete Höhe wird vor Inbetriebnahme festgelegt und gilt fest für 20 Jahre.

Einzige Voraussetzung für diese feste Förderung: Es muss sich um eine Kleinanlage handeln. Das sind Anlagen mit weniger als 750 Kilowatt Leistung. Private Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern sind üblicherweise deutlich kleiner, sodass sie von der Förderung profitieren.

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