Zusammenfassung

 
Überblick

Mobilität ist ein Kennzeichen, mehr noch, das Kennzeichen unserer Gesellschaft. Nichts hat das deutlicher gemacht als die COVID-19-Pandemie, aufgrund derer diese Mobilität erheblich eingeschränkt war. Denn Mobilität meint nicht nur, möglichst schnell und komfortabel von A nach B zu gelangen. Mobilität wird gleichgesetzt mit Flexibilität im Alltag, mit Veränderung, mit Selbstbestimmtheit der Persönlichkeit. Eingriffe in diese Mobilität sind Eingriffe in Grundrechte. Das macht den hohen Stellenwert der Mobilität aus.

Wie diese Mobilität in Zukunft gestaltet werden soll, wird breitgefächert und oftmals kontrovers diskutiert. Neue Mobilitätskonzepte sollen technologisch modern und nachhaltig sein, sollen Ressourcen und das Klima schonen. Elektromobilität ist ein wesentlicher Baustein für umweltfreundlichen Verkehr, denn E-Autos fahren abgasfrei, leise und oft auch günstiger als vergleichbare Verbrenner. Beim Klimaschutz liegt das E-Auto schon heute vorne und kann seinen Vorteil mit mehr Ökostrom noch vergrößern. Auch die Rohstoffbilanz fällt immer besser aus. So ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten beiden Jahren die Zulassungszahlen für E-Automobile enorm zugelegt haben.

In dieser Situation können Unternehmen zum Vorreiter einer neuen Mobilität werden, indem sie ihre Fahrzeugflotten auf E-Autos umstellen, E-Scooter und E-Bikes für den innerbetrieblichen Verkehr anschaffen, ihre Beschäftigten bei der Pendlermobilität unterstützen oder auf E-Car-Sharing/E-Car-Leasing setzen. Förderprogramme, Steuervorteile und Umweltboni machen diese Umstellung auch wirtschaftlich interessant.

1 Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Elektromobilität

Dieser Beitrag zeigt auf, wie sich die E-Mobilität in den letzten Jahren quantitativ und qualitativ entwickelt hat und wie durch E-Mobilität die Energie- und die Verkehrswende miteinander verschmelzen. Ferner wird dargestellt, wie die Nachfrage nach alternativen Mobilitätskonzepten aufgrund des Struktur- und demografischen Wandels weiter zunimmt und wie alternative Mobilitätskonzepte bei Beschäftigten und auch in der Bevölkerung positiv auf das Image von Unternehmen einzahlen.

1.1 Die Entwicklung der E-Mobilität in den letzten Jahren

Die E-Mobilität gilt als zentraler Baustein eines nachhaltigen und klimaschonenden Verkehrssystems auf Basis erneuerbarer Energien. Der Verkehrssektor ist in Deutschland derzeit für rund ein Fünftel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 96 Prozent dieser Emissionen werden im Straßenverkehr verursacht.

Mit dem Klimaschutzplan 2050 hat die Bundesregierung eine Minderung der Verkehrsemissionen bis 2030 um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 beschlossen (Sektorziel). Die Emissionen im Verkehrsbereich können dabei zum einen wesentlich gesenkt werden, indem der motorisierte Individualverkehr auf den Umweltverbund aus Bus und Bahn verlagert wird, und zum anderen, indem E-Mobilität stärker in privaten Haushalten und von Unternehmen genutzt wird.

Der Fahrzeugmarkt zeigt dabei eine ambivalente Tendenz. Auf der einen Seite ist der Bestand an Pkw mit Benzin- und Dieselmotoren seit 2011 ständig gestiegen – von 41,7 Millionen Fahrzeugen auf 46,6 Millionen Fahrzeuge (2020) – und liegt derzeit bei 97,6 Prozent (siehe Abbildung 1). Vor allem der Anteil der Diesel-Pkws hat sich nach einem kurzzeitigen Rückgang im Jahr 2009 als Folge der Abwrackprämie trotz des "Dieselskandals" und drohender Fahrverbote stabilisiert. Im Jahr 2019 waren immer noch mehr als 15 Millionen Dieselfahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs.

Abb. 1: Bestand an Personenkraftwagen in den Jahren 2011 bis 2020.[1]

Auf der anderen Seite weist aber der Markt für Elektromobilität beginnend mit dem Jahr 2017 einen zunehmenden Aufwärtstrend auf. Der Bestand an Pkw mit Elektro-Antrieb und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen hat sich von 2017 mit knapp 55.000 Fahrzeugen bis 2020 (jeweils 1. Januar) mit knapp 240.000 Fahrzeugen nahezu vervierfacht (siehe Abbildung 1). Dies zeigt bei gleichzeitiger Stagnation der Fahrzeuge mit Gasantrieb den deutlichen Trend zur E-Mobilität.

Insbesondere die Anzahl der neu zugelassenen Elektroautos ist in den letzten beiden Jahren stark angestiegen (siehe Abbildung 2). Im Jahr 2020 wurden laut Kraftfahrzeugbundesamt mit rund 194.200 Pkw so viele batterieelektrische PKW neu zugelassen wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr verdreifachte sich die Zulassungszahl batteriebetriebener Pkw und übersteigt damit die von Diesel-Pkw. Auch das Jahr 2021 startete mit einem deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Abb. 2: Neuzulassung von Elektrofahrzeugen 2003 bis 2021.[2]

Zusammen mit anderen alternativen Antrieben wie Plug-in-Hybride, Gas- oder Wasserstoffantrieb rollten 2020 knapp 395.000 Elektroautos auf den Straßen.

1.2 Die Energie- und Klimabilanz der E-Mobilität

Elektroautos sind lokal emissionsfrei und gelten als alternativer Antrieb, der für die Energiewende und den Klimaschutz im Verkehr von zentraler Bedeutung ist. ...

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