Im Blickpunkt

 
Weltweit erhöhen Großkonzerne ihre Innovationsbudgets, um sich vom Wettbewerb abzusetzen und die Digitalisierung voranzutreiben, heißt es in einer PM der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY vom 17.7.2019. Nachdem die 500 Unternehmen mit den weltweit höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung ihre Innovationsausgaben im Jahr 2017 bereits um sechs Prozent erhöht hätten, hätten sie die entsprechenden Budgets im Jahr 2018 sogar um zehn Prozent aufgestockt. Insgesamt hätten die Unternehmen im vergangenen Jahr 606 Mrd. Euro investiert. Am stärksten – um 23 % – hätten die chinesischen Konzerne ihre Ausgaben gesteigert. Überdurchschnittlich stark hätten auch die US-amerikanischen Top-Konzerne die Investitionen erhöht: Um 12 % seien die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei den 140 US-amerikanischen Unternehmen im Ranking geklettert. Hauptgrund für diesen starken Anstieg sei die hohe Investitionsbereitschaft der US-Digitalkonzerne. Neben den IT-Riesen könnten sich v. a. Pharmakonzerne im Top-10-Ranking platzieren. Als einziges klassisches Industrieunternehmen belege Volkswagen im Ranking den fünften Platz – der Wolfsburger Autokonzern sei mit Ausgaben von 12, 1 Mrd. Euro zugleich Europas größter F&E-Investor. Die höchstplatzierten deutschen Unternehmen im weltweiten F&E-Ranking nach Volkswagen seien Daimler (Rang 18), Siemens (Rang 22), BMW (Rang 25) und Bayer (Rang 26). Insgesamt sei das Innovationsbudget der 35 deutschen Unternehmen, die sich in der Liste der Top-500-Unternehmen platzieren, im vergangenen Jahr um 9 % auf 60 Mrd. Euro gestiegen. Vor allem an der Spitze des Ranking zeige sich aber auch, wie stark sich die USA und Europa derzeit auseinanderentwickelten. So hätten die F&E-Ausgaben der fünf größten Investoren mit Sitz in den USA insgesamt knapp 79 Mrd. Euro betragen, die fünf größten europäischen Konzerne hätten nur 43 Mrd. Euro ausgegeben. "Europa hat derzeit Probleme, den Anschluss zu halten", beobachtet Alexander Kron, Mitglied der Geschäftsführung bei EY und Managing Partner Advisory Services. "Die US-Konzerne profitieren von einer guten Konjunktur, sie erwirtschaften höhere Gewinne und können mehr für Innovationen ausgeben. Europas Konzerne leiden hingegen unter einer schwächelnden Konjunktur auf dem Heimatmarkt sowie den internationalen Handelsstreitigkeiten."

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

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