Im Blickpunkt

 
"Chinesische Investoren kommen in Europa immer seltener zum Zug: Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Übernahmen und Unternehmensbeteiligungen europaweit um 21 Prozent auf 196 zurück, das Investitionsvolumen schrumpfte sogar um 46 Prozent auf 31, 2 Milliarden US-Dollar", heißt es in einer PM der der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY vom 5.2.2019. Auch in Deutschland sei ein deutlicher Rückgang verzeichnet worden – die Zahl der Zukäufe und Beteiligungen sei von 54 auf 35 gesunken. Damit sei hierzulande eine Transaktion mehr durchgeführt worden als in Großbritannien. Beide Länder blieben damit die beliebtesten Investitionsziele chinesischer Investoren in Europa. Auch das meiste Geld sei nach Deutschland geflossen: Insgesamt 10, 7 Mrd. US-Dollar hätten chinesische Unternehmen in Deutschland investiert, ein Rückgang um 22 % gegenüber dem Vorjahr, als 13, 7 Mrd. US-Dollar investiert worden seien. "Die Transaktionsaktivitäten sind europaweit nun fünf Halbjahre in Folge zurückgegangen", stellt Yi Sun, Leiterin der China Business Services Deutschland, Österreich und Schweiz bei EY, fest. "Die Gründe für diesen kontinuierlichen Rückgang sind vielfältig. Zum einen haben sich die Rahmenbedingungen in China verändert: Die Regierung möchte übermäßige Kapitalabflüsse verhindern und wünscht eine Konzentration der Investitionstätigkeit auf Kernbranchen. Zudem wächst die chinesische Wirtschaft nicht mehr so stark, was – gepaart mit der hohen Verschuldung vieler Unternehmen – eine stärkere Vorsicht gerade bei großen Transaktionen zur Folge hat. Obendrein werden chinesische Investoren auch in Europa nicht mehr überall mit offenen Armen empfangen." Auch der Transaktionsprozess sei komplizierter geworden, sagt Sun: "Seit einigen Jahren fordern europäische Käufer von chinesischen Investoren schon am Anfang eines Verkaufsprozesses Nachweise über die nötigen Finanzmittel. Zudem wird vielfach eine detaillierte Integrationsplanung erwartet. Auch das Vorliegen von Genehmigungen durch chinesische Behörden wird inzwischen vielfach vorausgesetzt." – Umgekehrt wird der Zugang deutscher Unternehmen zum chinesischen Markt gerade einfacher, s. dazu die Erste Seite von Krause im M&A-Schwerpunktheft 5/2019.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

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