Einführung

Im Blickpunkt

 
"Deutschland bringt immer mehr Ältere in Arbeit – aber wie lange noch?", lautet der Titel einer PM der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC vom 24.7.2018. Trotz der "Rente mit 63", heißt es darin, komme Deutschland bei der Integration älterer Arbeitnehmer weiter voran. Unter den 55- bis 64-Jährigen liege die Beschäftigungsquote hierzulande bei mittlerweile 70 %. Das zeige der "Golden Age Index" von PwC. 2003 seien es gerade einmal 39 % gewesen. Nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem sichtbar seien die Fortschritte bei den 65- bis 69-Jährigen. Aus dieser Altersgruppe arbeiteten mittlerweile 15 % – auch das eine klare Verbesserung im Vergleich zu 2003, als PwC die Studie erstmals durchgeführt habe. Damals habe die Quote bei gerade einmal sechs Prozent gelegen. "Abgesehen von den positiven politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich auch die Mentalität in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Ältere Arbeitnehmer werden heutzutage in den allermeisten Betrieben für ihr Know-how und ihre Erfahrung geschätzt. Vor zehn oder 15 Jahren war das vielerorts noch anders", meint Nicole Elert, Leiterin des Bereichs Arbeitsrecht bei PwC zu dieser Entwicklung. Ob der positive Trend anhalte, sei gleichwohl fraglich. Denn schon jetzt habe über eine Million Beschäftigte die sog. "Rente mit 63" beantragt – obwohl das entsprechende Gesetz erst Mitte 2014 in Kraft getreten sei. Gemäß Eurostat-Daten liege der Anteil der 55 bis 64 Jahre alten Arbeitnehmer, die in den vergangenen zwölf Monaten irgendeine Form von Weiterbildung absolviert haben, bei lediglich 44 %. Unter den 25- bis 54-Jährigen seien es hingegen im Schnitt 55 %. "Viele Betriebe erliegen immer noch dem Irrglauben, Investitionen in ältere Arbeitnehmer zahlten sich nicht aus, weil diese das Unternehmen ja ohnehin bald verlassen. Dabei haben Studien diese Auffassung längst widerlegt", kritisiert Elert (zum Thema Altersdiskriminierung s. auch BB 2018, 1779). Dabei zeige die "Golden Age"-Studie eindrücklich, dass sich die Integration älterer Beschäftigter nicht nur für die einzelnen Betriebe, sondern auch volkswirtschaftlich auszahle. Wären z. B. die Beschäftigungsquoten bei den 55- bis 69-Jährigen hierzulande genauso hoch wie bspw. in Neuseeland, dann stiege das Bruttoinlandsprodukt um 351 Mrd. Dollar jährlich.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

Rechnungslegung

GRI/UN: Berichterstattung über den Einfluss auf die globalen nachhaltigen Entwicklungsziele

-tb- Am 1.8.2018 haben die Global Reporting Initiative (GRI) und die Corporate Sustainability Initiative der Vereinten Nationen (United Nations Global Compact) einen praxisorientierten Leitfaden veröffentlicht, der Unternehmen bei der Messung und Berichterstattung des eigenen Einflusses auf die nachhaltigen Entwicklungsziele unterstützen soll. Die nachhaltigen Entwicklungsziele wurden 2015 von allen 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen unterzeichnet und umfassen 17 Ziele in Bereichen wie Menschenrechten, Arbeit, Umwelt und Anti-Korruption. Der Leitfaden und die zugehörige Pressemitteilung können auf den Internetseiten der GRI unter https://www.globalreporting.org abgerufen werden.

Wirtschaftsprüfung

IDW: Kritische Sicht geplanter Abweichungen der kommunalen Doppik

Mit dem Referentenentwurf des zweiten NKF-Weiterentwicklungsgesetzes, so das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW), entfernt sich die Rechnungslegung bei Kommunen in NRW weiter weg von traditionellen Bilanzierungsprinzipien, z. B. durch die Einführung neuer Passivierungsmöglichkeiten sowie der Aktivierbarkeit von Instandhaltungsaufwendungen unter Durchbrechung des Anschaffungskostenprinzips. Fraglich sei, ob ein solcher Abschluss überhaupt noch ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage insgesamt vermitteln könne und ob es sich nicht um einen Abschluss für einen speziellen Zweck i. S. v. IDW PS 480 handeln werde. Das diesbezügliche Schreiben des IDW ist unter www.idw.de abrufbar.

(IDW Aktuell vom 6.8.2018)

Finanzierung

EY: Heißer Private-Equity-Markt – Gesamtvolumen steigt auf Zehn-Jahres-Hoch

Finanzinvestoren waren im ersten Halbjahr 2018 in Deutschland sehr aktiv: Insbesondere drei Großtransaktionen von jeweils über einer Milliarde Euro haben das Gesamtvolumen auf 10, 7 Mrd. Euro und damit auf den höchsten Wert seit der Finanzkrise steigen lassen. Im Vorjahreszeitraum betrug der Gesamtwert der Transaktionen lediglich 5, 3 Mrd. Euro – damals hatte es nicht einen Deal über einer Milliarde Euro gegeben. Alleine die drei Milliardeninvestitionen kamen zusammen auf einen Wert von 7, 3 Mrd. Euro. Am meisten Geld brachte der Verkauf des Eschborner Energiedienstleisters Techem ein, der für 4, 6 Mrd. Euro von einem Konsortium angeführt durch die Schweizer Partners Group Holding gekauft wurde. Die Reederei Scandlines wechselte für 1, 7 Mrd. Euro den Besitzer. Auch der Verkauf der HSH Nordbank für eine Milliarde Euro trug zur hohen Gesamtsumme bei. Die Zahl der Transaktionen ging zwar ...

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