EY: Heißer Private-Equity-Markt – Gesamtvolumen steigt auf Zehn-Jahres-Hoch

Finanzinvestoren waren im ersten Halbjahr 2018 in Deutschland sehr aktiv: Insbesondere drei Großtransaktionen von jeweils über einer Milliarde Euro haben das Gesamtvolumen auf 10, 7 Mrd. Euro und damit auf den höchsten Wert seit der Finanzkrise steigen lassen. Im Vorjahreszeitraum betrug der Gesamtwert der Transaktionen lediglich 5, 3 Mrd. Euro – damals hatte es nicht einen Deal über einer Milliarde Euro gegeben. Alleine die drei Milliardeninvestitionen kamen zusammen auf einen Wert von 7, 3 Mrd. Euro. Am meisten Geld brachte der Verkauf des Eschborner Energiedienstleisters Techem ein, der für 4, 6 Mrd. Euro von einem Konsortium angeführt durch die Schweizer Partners Group Holding gekauft wurde. Die Reederei Scandlines wechselte für 1, 7 Mrd. Euro den Besitzer. Auch der Verkauf der HSH Nordbank für eine Milliarde Euro trug zur hohen Gesamtsumme bei. Die Zahl der Transaktionen ging zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht von 97 auf 96 zurück. Allerdings wurde damit immer noch die zweithöchste Dealanzahl seit zehn Jahren gemessen. Strategische Investoren hielten sich dagegen insgesamt merklich zurück. Das Volumen der Transaktionen lag mit 13, 3 Mrd. Euro zwar immer noch über dem Private-Equity-Volumen. Allerdings sackte der Wert gegenüber den 23, 1 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum deutlich ab. Die Zahl erreichte mit 218 sogar einen Tiefstwert für den gesamten Erfassungszeitraum. Das sind Ergebnisse einer Analyse des deutschen Private-Equity-Marktes durch das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY (Ernst & Young). Die Verkäufe deutscher Unternehmensbeteiligungen – sog. Exits – erreichten ebenfalls ein Top-Niveau für ein erstes Halbjahr: Insgesamt konnten Finanzinvestoren 50 Beteiligungen mit einem Gesamtwert von 11, 3 Mrd. Euro verkaufen. Der Gesamtwert ist der höchste seit dem ersten Halbjahr 2013. Das hohe Interesse von Finanzinvestoren an Anlagemöglichkeiten zeigt sich u. a. daran, dass die Zahl der sog. Secondary Buyouts (Verkäufe an Finanzinvestoren) mit 26 den höchsten Wert überhaupt für ein erstes Halbjahr darstellt. Strategische Investoren traten seltener als Abnehmer auf: Nur 22 Beteiligungen verkauften Finanzinvestoren an Unternehmen. Zuletzt war der Wert im ersten Halbjahr 2013 mit 20 Verkäufen noch geringer. Dafür griffen sie aber vergleichsweise tief in die Tasche und zahlten insgesamt 2, 7 Mrd. Euro – ein Wert, der drei Mal so hoch ist wie im Vorjahreszeitraum.

(PM EY vom 19.7.2018)

BReG: Mittelstandsförderung aus dem ERP-Sondervermögen für 2019

Die Bundesregierung (BReG) hat am 1.8.2018 den Entwurf des ERP-Wirtschaftsplangesetzes 2019 beschlossen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können auf dieser Grundlage 2019 zinsgünstige Finanzierungen und Beteiligungskapital mit einem Volumen von rd. 7, 8 Mrd. Euro erhalten. Auch 2019 sollen v. a. Existenzgründungen und Wachstumsfinanzierungen, der Aufbau und die Modernisierung bestehender Unternehmen in den regionalen Fördergebieten, die Bereitstellung von Beteiligungskapital für junge innovative Unternehmen und die Exportleistungen deutscher Unternehmen gefördert werden. In den volkswirtschaftlich bedeutenden Bereichen der Innovations- und Digitalisierungsfinanzierung wird das Fördervolumen im kommenden Jahr gegenüber dem Vorjahr auf 2 Mrd. Euro verdoppelt, um den Deutschen Mittelstand mit Blick auf die Herausforderungen der Digitalisierung zu unterstützen. Darüber hinaus trägt der ERP-Wirtschaftsplan 2019 dem gestiegenen Förderbedarf im Bereich der Wagniskapital- und Beteiligungsfinanzierung in Deutschland Rechnung, indem er die im Jahr 2018 begonnene Verstärkung des KfW-Engagements in diesem Bereich bei moderater Erhöhung des Volumens verstetigt. Das ERP-Sondervermögen fördert seit 70 Jahren die Wirtschaft in Deutschland. Es stammt aus Mitteln des Marshallplans und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) verwaltet. Im Fokus der Förderung stehen KMU, die in ihrer Finanzierungssituation oftmals gegenüber Großunternehmen strukturell benachteiligt sind.

(PM BMWi vom 1.8.2018)

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