FASB: Aktualisierung der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

-tb- Der Financial Accounting Standards Board (FASB) hat am 28.8.2017 eine Aktualisierung der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (ASU 2017-12) veröffentlicht. Ziel der Aktualisierung ist es, dass die Aktivitäten des Risikomanagements mit denen der Finanzberichterstattung besser abgestimmt werden und die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen insgesamt vereinfacht wird. Öffentliche Unternehmen werden den Standard ab 2019, private Unternehmen ab 2020 anwenden müssen, wobei eine freiwillige vorzeitige Anwendung erlaubt wird. Die Aktualisierung ist unter www.fasb.org abrufbar.

IPSASB: Entwurf der Bilanzierung von Finanzinstrumenten

-tb- Der International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB) hat am 24.8.2017 einen Entwurf zur Verbesserung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten bei Unternehmen des öffentlichen Sektors publiziert. Der Entwurf ist auf Grundlage von IFRS 9 entstanden und soll IPSAS 29 ersetzen. Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten soll durch einen neuen Standard vereinfacht werden. Außerdem werden ein Wertminderungsmodell und ein flexibles Modell für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorgeschlagen. IPSASB bittet bis zum 31.12.2017 um Kommentierungen des Entwurfs. Der Entwurf ist unter www.ifac.org verfügbar.

BaFin/Deutsche Bundesbank: Ergebnisse der Niedrigzinsumfrage 2017

Befragt wurden die rund 1500 kleinen und mittelgroßen deutschen Kreditinstitute, die unmittelbar unter nationaler Aufsicht stehen. Diese umfassen rund 88 % aller Kreditinstitute in Deutschland sowie rund 41 % der aggregierten Bilanzsummen.

Ertragslage

Für die Umfrage wurden zum einen die institutseigenen Plan- und Prognosedaten erhoben. Zum anderen haben die Kreditinstitute für fünf von der Aufsicht vorgegebene Zinsszenarien Ergebnissimulationen für den Zeitraum von 2017 bis 2021 mit unterschiedlichen Annahmen zur Bilanzanpassung durchgeführt.

Auf Grundlage ihrer eigenen Plan- und Prognosedaten gaben die befragten Kreditinstitute im Sommer 2017 an, dass sie in fünf Jahren mit einem um 9 % gesunkenen Jahresüberschuss vor Steuern rechnen. Da die Institute gleichzeitig von einem Bilanzwachstum ausgehen, entspricht dies einem Rückgang ihrer Gesamtkapitalrentabilität um 16 %. Bei der Umfrage im Jahr 2015 waren Banken und Sparkassen für die folgenden fünf Jahre noch von einem Rückgang um 25 % ausgegangen. Die Gesamtkapitalrentabilität ist definiert als der Jahresüberschuss vor Steuern im Verhältnis zur Bilanzsumme.

"Zwar planen die deutschen Kreditinstitute wieder etwas optimistischer, allerdings bedeutet dieses Ergebnis nur, dass sich die Ertragslage – ausgehend von einem niedrigeren Niveau – weniger schnell verschlechtert als noch vor zwei Jahren angenommen", sagte Andreas Dombret, der für die Bankenaufsicht zuständige Vorstand der Bundesbank. "Die durch niedrige Zinsen verursachte Durststrecke ist längst noch nicht überstanden", betonte er. Allerdings sind deutsche Institute überwiegend gut kapitalisiert. "Die gute Kapitalausstattung der meisten Institute hilft dabei, die Effekte aus dem Niedrigzinsumfeld abzufedern", stellte Raimund Röseler, BaFin-Exekutivdirektor für Bankenaufsicht, fest. Zudem planen die meisten Institute, alternative Ertragsquellen auszubauen, um die schrumpfenden Margen im Zinsgeschäft zu kompensieren. Dass sich die Banken nicht auf ihrem Kapitalpolster ausruhen, sondern auch aktiv Gegenmaßnahmen ergreifen, sieht Dombret positiv. "Angesichts schrumpfender Margen im Zinsgeschäft erschließen die Banken und Sparkassen zunehmend alternative Ertragsquellen. Insbesondere das Provisionsgeschäft wird künftig mehr zur Stabilisierung der Ergebnisse beitragen", so Dombret.

Die Simulationen der fünf Zinsszenarien zeigen, dass sich die Ertragskraft der Banken und Sparkassen in Deutschland deutlich verschlechtern würde, wenn das Niedrigzinsumfeld andauert oder sich verschärft. Die Gesamtkapitalrentabili-tät der Banken würde bei konstanten Zinsen bis zum Jahr 2021 um etwa 40 % sinken; bei einem Rückgang des Zinsniveaus sogar um deutlich mehr als die Hälfte. Portfolioanpassungen im Rahmen einer dynamischen Bilanzannahme können diesen Effekt entsprechend mildern. Die rückläufige Gesamtkapitalrentabilität in den Szenarien wäre v. a. auf den Rückgang der Margen auf der Passivseite zurückzuführen, z. B. bei den Spar- und Sichteinlagen. Bei einem Zinsanstieg wäre zunächst mit Gewinneinbrüchen aufgrund von Wertberichtigungen zu rechnen. Mittel- bis langfristig würden sich die Gewinne aber wegen steigender Margen über das Niveau von 2016 hinaus erholen.

Widerstandsfähigkeit

Insgesamt planen die Institute mit einem Anstieg ihrer harten Kernkapitalquote von 15, 9 % auf 16, 5 % bis zum Jahr 2021. Dabei geht jedoch ein Drittel der Institute für die kommenden fünf Jahre von einem Rückgang der harten Kernkapitalquote aus. Der Rückgang beruht v. a. auf der stärkeren Zunahme der risikogewichteten Aktiva, was neben einem wachsenden Gesc...

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