Im Blickpunkt

 
Die Nachfrage am deutschen Immobilienmarkt – heißt es in einer PM der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY vom 17.1.2017 (www.ey.com) – bleibe zwar auch 2017 so hoch wie zuletzt; dennoch könne das Transaktionsvolumen nach einer Schätzung von EY Real Estate (früher Ernst & Young) zum möglichen Gesamtumfang für Gewerbeimmobilien und Wohnimmobilienportfolios in diesem Jahr erneut, wenn auch moderat, sinken. Schon 2016 habe es im Vergleich zum Vorjahr einen spürbaren Rückgang gegeben (auf 66 Mrd. Euro von zuvor 79 Mrd. Euro). Der Grund dieser Entwicklung liege laut Christian Schulz-Wulkow, Partner und Leiter des Immobiliensektors bei EY für Deutschland, Österreich und die Schweiz, zu einem wesentlichen Teil auf der Angebotsseite: "Der Mangel an verfügbaren Investments hat weiter zugenommen, und immer mehr Eigentümer halten ihre Immobilien langfristig, statt sie zu veräußern." – Im Asset Management werde der regulatorische Rahmen eine größere Rolle spielen: Bei angemieteten Immobilien gebe es künftig eine Bilanzierungspflicht für Mietverträge. Sie gelte für Nutzer, die den internationalen Rechnungslegungsvorschriften unterliegen. "Vor allem bei großen Portfolios fehlt es aber oft noch am Überblick, wie die notwendigen Informationen für die Umsetzung der IFRS-16-Richtlinie zusammengetragen werden können", sagt Paul von Drygalski, Executive Director bei EY Real Estate und Co-Autor der Studie. Die Erkenntnis, dass Eigentümer hier digitale Dokumentenmanagementsysteme brauchten, habe sich zwar durchgesetzt, "die Umsetzung ist aber noch nicht weit genug fortgeschritten". Fast 90 % der Befragten bestätigten zwar, dass ein professionelles Asset Management immer wichtiger werde, aber ebenfalls fast 90 % gehen davon aus, dass die Bilanzierung von Mietverträgen bei vielen noch nicht auf der Agenda steht. Zum neuen Leasingstandard IFRS 16 und seinen Auswirkungen s. auch die BB-Beiträge von Berger/Nardmann, BB 2016, 425 ff., Freiberg/Panek/Ehrcke, BB 2016, 2091 ff., Hommel/Dehmel/Zeitler, BB 2016, 1770 ff., sowie Dehmel/Hommel/Rammert, BB 2016, 2347 ff.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

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