Einführung

Im Blickpunkt

 
Die Investitionen in deutsche Start-ups erreichen 2015 ein neues Rekordniveau, heißt es in einer PM vom 27.8.2015 zu den Ergebnissen des Start-up-Barometers der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, bei dem 181 deutsche Start-ups befragt und eine Analyse der Risikokapitalinvestitionen in Europa vorgenommen wurden. Die Hauptstadt der Investitionstätigkeit sei Berlin – hier werde so viel Risikokapital wie nirgends sonst in junge Unternehmen investiert. Erstmals laufe Berlin europaweit auch London klar den Rang ab. Im ersten Halbjahr 2015 seien gut 1, 9 Mrd. Euro in deutsche Start-ups gesteckt worden, das sei fast dreimal so viel wie im Gesamtjahr 2013 und mehr als im gesamten Jahr 2014, als in Deutschland insgesamt knapp 1, 6 Mrd. Euro in Jungunternehmen flossen. Im ersten Halbjahr 2015 seien allein 1, 4 Mrd. Euro auf Risikokapitalinvestitionen in Berlin entfallen. Damit könnten Berliner Start-ups auch europaweit am meisten Geld einsammeln. Die deutsche Hauptstadt platziere sich im europäischen Städtevergleich klar vor London – in London wurden im ersten Halbjahr knapp 1, 1 Mrd. Euro investiert. Trotz der insgesamt steigenden Investitionen betrachten gemäß der Studie nur gerade einmal 31 % (2014: 30 %) der Gründer hierzulande die Rahmenbedingungen für Start-ups als gut. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Bewertungen mit "gut" oder "befriedigend" deutlich von 74 auf 67 % gesunken. Am Start-up-Standort Deutschland kritisierten Gründer weiterhin v. a. die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten: Drei von vier Jungunternehmern (73 %) fordern einen vereinfachten Zugang zu Krediten. Lockerungen im Kündigungsschutz bzw. beim Mindestlohn fordert mit 49 % fast die Hälfte. Lesen Sie dazu auch die Meldungen auf der zweiten Seite dieses Wochenüberblicks.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

1 Rechnungslegung

FASB: Klarstellung der Regelung zur Umsatzerfassung

-tb- Am 28.5.2014 hatte der Financial Accounting Standards Board (FASB) die Anpassung ASU 2014-9 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht und damit die bis dahin geplante Neuregelung der Umsatzerfassung schließlich in die gültigen Rechnungslegungsstandards (US-GAAP) übernommen (www.fasb.org). Ziel der Anpassung war die Vereinfachung der ursprünglichen Regelung der Umsatzerfassung sowie die Vereinheitlichung mit den Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB), der zeitgleich den äquivalenten IFRS 15 veröffentlichte. Nachdem der IASB am 30.7.2015 kleinere Anpassungen an IFRS 15 vorgeschlagen hatte (www.ifrs.org), veröffentlichte nun auch der FASB einen entsprechenden Anpassungsvorschlag, welcher die erforderliche Abgrenzung zwischen Prinzipal und Agent im Rahmen der Umsatzerfassung klarstellen soll (www.fasb.org). Stellungnahmen zu den Vorschlägen, die der FASB auf seiner Internetseite zur Verfügung stellt, können bis zum 15.10.2015 eingereicht werden.

DStV: Zinsen auf Investitionsabzugsbetrag heizen den BHKW-Betreibern ein

Der Deutsche Steuerberaterverband e. V. (DStV) bezieht sich in seiner Stellungnahme S 09/15, die unter www.dstv.de abrufbar ist, auf den Beschluss der obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder über die ertragsteuerliche Beurteilung von Aufwendungen für die Anschaffung eines BHKW und weist auf Fälle hin, die durch diesen Beschluss unverhältnismäßig benachteiligt werden. Der DStV regt dabei für diese Fallgruppen den Erlass der Zinsen aus der Auflösung des Investitionsabzugsbetrags an. Zinsen auf eine Steuernachforderung fallen an, wenn im Rahmen der Anschaffung oder Herstellung eines Gebäudes für ein geplantes BHKW in vergangenen Wirtschaftsjahren ein Investitionsabzugsbetrag (§ 7g EStG) in Anspruch genommen wurde. Auch wenn dessen Investitionszeitraum erst nach dem 31.12.2015 endet, wäre nach der Beschlusslage eine verbindliche Bestellung, Anschaffung oder Herstellung bis zum 31.12.2015 erforderlich. Viele der zukünftigen BHKW-Betreiber dürften die dafür überraschend notwendig gewordene Liquidität nicht aufbringen können. Außerdem konnten sie solche Aufwendungen bislang nicht in ihrer Finanzplanung berücksichtigen. Auch bei Hinnahme des verkürzten Investitionszeitraums geraten zukünftige BHKW-Betreiber in Bedrängnis. Denn die Tätigung einer verbindlichen Bestellung hängt auch von den fördermittelgewährenden Stellen wie der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) sowie der Bearbeitung der Bestellung durch den Lieferanten ab. Eine fristgemäße verbindliche Bestellung kann somit ohne Verschulden des Steuerpflichtigen scheitern. Für einige Steuerpflichtige ist die geänderte Verwaltungsauffassung erfreulich, weil das Bundeskabinett am 12.8.2015 die gesetzlichen Grundlagen zur Umsetzung des "nationalen Effizienzlabels für Heizungsaltanlagen" beschlossen hat. Alte, wenig energieeffiziente Heizkessel sollen etikettiert und die Betreiber zum Austausch angeregt werden. Damit können austauschwillige Steuerpflichtige grundsätzlich sofort und in voller Höhe a...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt VerwalterPraxis. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich VerwalterPraxis 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge