EY: IPO-Jahr 2014: Boom auf den Weltbörsen hält an – europäischer Markt mit stärkstem Wachstum

Der weltweite Markt für Börsengänge (Initial Public Offerings, kurz IPO) bleibt auf Wachstumskurs: Im Jahr 2014 wagten weltweit 1206 Unternehmen (+35 %) den Sprung aufs Parkett und erlösten dabei 257 Mrd. US-Dollar –50 % mehr als im Vorjahr. Diese Angaben umfassen IPO, die bis zum 4.12.2014 durchgeführt wurden und solche, die bis zum 31.12.2014 terminiert waren. Der mit weiten Abstand größte IPO war Alibaba mit einem Volumen von 25 Mrd. US-Dollar, gefolgt von der National Commercial Bank aus Saudi-Arabien, deren IPO 6 Mrd. US-Dollar einbrachte. Mit 521 IPO fand fast jeder zweite Börsengang in diesem Jahr in Asien statt – die Zahl der IPO an asiatischen Börsen stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 43 %. Weltweit am stärksten legte allerdings der europäische IPO-Markt zu: Hier stieg die Zahl der Börsengänge um 63 % von 159 auf 259. Das Emissionsvolumen an Europas Börsen hat sich sogar verdoppelt: von 31 auf 62 Mrd. US-Dollar. Nach wie vor liegen aber die USA beim Emissionsvolumen vorn: Bei 288 Börsengängen (+27 %) wurden insgesamt 95 Mrd. US-Dollar erlöst – ein Zuwachs um 54 % gegenüber dem Vorjahr. Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young).

Zwar war das vierte Quartal des Jahres mit weltweit 336 Börsengängen das stärkste im Jahr 2014, jedoch blieben die Zahl (336) und das Volumen (69 Mrd. US-Dollar) der IPO unter den Erwartungen.

In Europa stieg die Zahl der Börsengänge im Gesamtjahr um 63 % von 159 auf 259, das Emissionsvolumen wuchs sogar um 102 % von 30, 8 auf 62, 2 Mrd. Euro.

Auch der deutsche Primärmarkt legte gegenüber dem Vorjahr zu. Mit den Neuemissionen von Braas Monier, Stabilus, SLM Solutions, Zalando, Rocket Internet, TLG und Hella feierten insgesamt sieben deutsche Unternehmen in Frankfurt ihr Börsendebüt. Hinzu kamen vier Börsengänge ausländischer Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse. Insgesamt brachten diese 11 Neuemissionen des Jahres 3, 4 Mrd. Euro an Platzierungsvolumen – ein Anstieg um gut ein Drittel gegenüber 2013, als bei fünf IPO (i. e. S.) insgesamt 2, 49 Mrd. Euro erlöst wurden. Gemessen am Emissionsvolumen ist 2014 damit das stärkste IPO-Jahr seit 2007, als ein Emissionsvolumen von insgesamt 7, 85 Mrd. Euro erreicht worden war.

Haupttreiber des weltweiten IPO-Marktes waren im abgelaufenen Jahr wieder Finanzinvestoren, die die guten Bewertungen nutzten, um sich von Beteiligungen zu trennen, die sie während des Wirtschaftsbooms 2006–07 erworben hatten: 2014 brachten Finanzinvestoren weltweit 328 Unternehmen an die Börse (2013: 249), das Emissionsvolumen dieser Transaktionen betrug insgesamt 124 Mrd. US-Dollar – nach 67 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Offenbar hat die Exit-Option IPO für Finanzinvestoren deutlich an Attraktivität gewonnen: Diese liegt in Europa mit 20 % der Exit-Transaktionsvolumina auf einem 10-Jahres-Rekordniveau (M&A: 66 %, Trade Sale: 14 %).

Für das erste Quartal des kommenden Jahres rechnet EY weltweit mit einem Gesamtemissionsvolumen von etwa 50 Mrd. US-Dollar – was einem leichten Anstieg gegenüber dem ersten Quartal 2014 entspricht.

Die ausführliche Pressemitteilung finden Sie auf der EY-Homepage.

(www.ey.com)

PwC: Private-Equity-Gesellschaften halten Beteiligungen länger

Private-Equity-Gesellschaften nutzen die nach wie vor gute konjunkturelle Lage und die positive Stimmung an der Börse, um unternehmerische Beteiligungen zu veräußern – 2014 waren es nach Berechnungen von PwC in Deutschland 133 Portfolio-Unternehmen im Wert von 22 Mrd. Euro. Damit erzielten Private-Equity-Gesellschaften 2014 voraussichtlich den zweithöchsten Wert seit 2004. Nur 2013 lag er mit 143 Deals im Wert von 27 Mrd. Euro noch höher. Die Verkäufe von Portfolio-Unternehmen der Private-Equity-Häuser entwickelten sich parallel zur Konjunktur: Zwischen 2004 und 2007 ist die jährliche Zahl der Exits von 46 auf 109 gestiegen. Während der Finanzkrise kam es 2009 nur zu 43 Deals. Anschließend erholte sich der Markt wieder, wie aus dem "Private Equity Exit-Report" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht.

Die Private-Equity-Branche steckt – so PwC – in einem grundlegenden Wandel: Die Haltedauer der Portfolio-Unternehmen ist von 3, 9 im Jahr 2004 auf 5, 8 Jahre im Jahr 2014 gestiegen. Der wichtigste Sektor beim Verkauf unternehmerischer Beteiligungen ist die Industriegüterbranche mit 26 %. Das spiegelt die wichtige Rolle dieses Industriesektors in Deutschland wider. Der Anteil an Exits von Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich ist aktuell auf 18 % gestiegen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Verkäufe von Unternehmen aus den Branchen Technologie, Medien und Telekommunikation sowie aus dem Bereich Business Services.

55 % der Unternehmen, die Private-Equity-Häuser im laufenden Jahr veräußerten, gingen an strategische Investoren. Der Anteil der Verkäufe an andere Private-Equity-Gesellschaften liegt bei 30 %. Bei i...

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