EY: Weltweiter Markt für Börsengänge boomt – IPO-Welle schwappt auch nach Deutschland

Der Boom auf dem weltweiten Markt für Börsengänge (IPO) hält an: In den ersten neun Monaten dieses Jahres gingen weltweit 851 Unternehmen an die Börse – im Vorjahreszeitraum waren nur 570 Börsengänge gezählt worden. Das Gesamtemissionsvolumen lag mit 186, 6 Mrd. US-Dollar sogar noch deutlicher – um 94 % – über dem Vorjahresniveau (96, 2 Mrd. US-Dollar).

Besonders gut entwickelten sich die europäischen Börsenplätze: Hier hat sich das Emissionsvolumen mehr als vervierfacht – von knapp 13 Mrd. auf gut 53 Mrd. US-Dollar –, die Zahl der Börsengänge in Europa hat sich immerhin mehr als verdoppelt: von 99 auf 211. Und weitere IPO-Kandidaten stehen – gerade in Deutschland – in den Startlöchern. Bislang wurden in Deutschland in diesem Jahr 7 IPO gezählt, für das Gesamtjahr wird mit insgesamt 15 bis maximal 20 Börsengänge gerechnet.

Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young).

Auf dem deutschen IPO-Markt war die bislang größte Transaktion des Jahres der IPO des Baustoffhersteller Braas Monier (470 Mio. Euro). Insgesamt brachten die sieben Neuemissionen des ersten Halbjahres gut 900 Mio. Euro an Platzierungsvolumen. Zusätzlich gingen mit Orion Engineered Carbons und Affimed Therapeutics zwei deutsche Unternehmen in den USA an die Börse und erlösten dabei etwa 400 Mio. US-Dollar.

Mit den unmittelbar bevorstehenden IPO von Zalando und Rocket Internet wird das Emissionsvolumen in Deutschland in diesem Jahr auf mindestens 3 Mrd. Euro klettern – nach 2, 35 Mrd. Euro im Vorjahr.

In Deutschland dürfte das Jahr 2014 – gemessen am Emissionsvolumen – nach Einschätzung von EY somit das stärkste IPO-Jahr seit 2007 werden. Damals wurden insgesamt 7, 85 Mrd. Euro bei Börsengängen in Deutschland erlöst.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag die Zahl der IPO weltweit um 49 % höher als im Vorjahreszeitraum, im dritten Quartal betrug das Plus hingegen nur noch 29 % (von 202 auf 260).

Insbesondere Private-Equity-Investoren – so EY – nutzen derzeit das positive Umfeld am Kapitalmarkt, um sich von ihren Beteiligungen zu trennen. Sie erlösten im bisherigen Jahresverlauf bei 208 IPO insgesamt 70 Mrd. US-Dollar – so viel wie nie zuvor (Gesamtjahr 2013: 58, 4 Mrd. US-Dollar bei 187 Börsengängen). Und die Pipeline ist nach wie vor gut gefüllt: Mehr als 100 IPO von Unternehmen aus dem Portfolio von Private Equity-Unternehmen stehen an, die nach EY-Schätzung mindestens 20 Mrd. Dollar einbringen dürften.

Die ausführliche Pressemitteilung und die Studie finden Sie auf der EY-Homepage.

(www.ey.com)

PwC: Deutscher IPO-Markt schwächt sich im dritten Quartal ab – in den nächsten Quartalen Anstieg erwartet

Nach einem starken zweiten Quartal – so die PwC-Studie "Emissionsmarkt Deutschland Q3 2014" – ist das Volumen des IPO-Markts im dritten Quartal deutlich zurückgegangen. Im dritten Quartal verzeichnete die Deutsche Börse zwar insgesamt fünf Transaktionen – davon vier im Prime und General Standard und eine im Entry Standard. Bei drei der fünf Transaktionen handelte es sich allerdings um technische Listings und in einem Fall um einen Transfer des Quotation Board. Während das Emissionsvolumen im vorangegangenen Quartal 857 Mio. Euro betrug, wurde in Q3 2014 nur ein Emissionserlös in Höhe von 9, 5 Mio. Euro erzielt. In den nächsten Quartalen ist – so PwC – aber wieder mit einem Anstieg zu rechnen.

Nachdem die Entwicklung des Volumens der Kapitalerhöhungen, der sog. Secondary Offerings, im zweiten Quartal 2014 20 199 Mio. Euro betrug, fiel der Emissionserlös der Secondary Offerings im dritten Quartal 2014 auf 4615 Mio. Euro. Der Unterschied ist insbes. auf vier Transaktionen der Deutsche Bank AG in Q2 2014 in Höhe von insgesamt 17 Mrd. Euro zurückzuführen. Mit 25 Kapitalerhöhungen lag die Anzahl im dritten Quartal 2014 auf dem Niveau des vorherigen Quartals, der Stand der letzten Quartale in 2013 (Q3 2013: 28; Q4 2013: 33) wurde jedoch nicht erreicht.

Auch nach der Jahreshälfte setzte sich der positive Trend der Unternehmensanleihen aus dem zweiten Quartal 2014 fort. An deutschen Märkten emittierten Unternehmen im dritten Quartal Anleihen im Wert von insgesamt 122 Mrd. Euro. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 9 Mrd. Euro gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich damit das Volumen (39 Mrd. Euro) mehr als verdreifacht. Der durchschnittliche Zinskupon stieg von 3, 34 % im zweiten Quartal auf 4, 07 % im dritten Quartal 2014. Auch der Median der Zinskupons lag mit 4, 5 % über dem Niveau des zweiten Quartals (Q2 2014: 3, 0 %).

Das Marktvolumen für Mittelstandsanleihen betrug in Q3 2014 530 Mio. Euro, was einen starken Anstieg im Vergleich zu dem Emissionsvolumen in Höhe von 40 Mio. Euro in Q2 2014 bedeutet. Hierbei wurden Mittelstandsanleihen lediglich im Segment Entry Standard und Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse begeben. Mittelstandssegmente an ande...

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