PwC: Frauenanteil in DAX-Aufsichtsräten steigt deutlich

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-30-Unternehmen ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren deutlich gestiegen. Derzeit sind 106 von 488 Aufsichtsratsmitgliedern bzw. 21, 7 % weiblich (Stand: 7.6.2013), wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in einer bereits zum dritten Mal durchgeführten Erhebung ermittelte. Vor Jahresfrist stellten Frauen gut 18 % der Posten in den Kontrollgremien, Anfang 2011 lag ihr Anteil erst bei 13, 4 %.

Zudem haben sich fast alle Aufsichtsräte ein quantifizierbares Ziel zur Erhöhung des Frauenanteils in den eigenen Reihen gesetzt. Eine entsprechende Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex von 2010 befolgen mittlerweile 28 der 30 DAX-Unternehmen. Mittelfristig streben die Kontrollgremien dieser Konzerne eine durchschnittliche Zielquote von gut 23 % an. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zielquote damit um rund einen Prozentpunkt erhöht.

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Zwar liegen die Unternehmen mit ihrer Zielquote noch unter den politischen Erwartungen, die meist auf einen Frauenanteil zwischen 30 und 40 Prozent abzielen“, analysiert Henning Hönsch, Partner und Aufsichtsratsexperte bei PwC. Allerdings sei die Steigerung des Frauenanteils in den vergangenen beiden Jahren durchaus beachtlich. "Insbesondere hat sich auch bei den von der Politik besonders kritisch betrachteten Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat einiges getan", so Hönsch.

Von den 15 im vergangenen Jahr neu gewählten, weiblichen Aufsichtsratsmitgliedern sind zehn auf der Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat eingezogen, die nun insgesamt 44 Frauen vorweisen kann. Damit ist der Frauenanteil auf der Anteilseignerseite im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 17, 6 % gestiegen. Anfang 2011 besetzten Frauen noch nicht einmal jeden zwölften von den Anteilseignern gestellten Aufsichtsratsposten.

PwC-Experte Hönsch: „Der Trend zu mehr Frauen auf der Anteilseignerseite im Aufsichtsrat hält an. 18 DAX-Unternehmen haben ihre selbstgesteckten Ziele schon erreicht oder sogar übererfüllt. Man darf also gespannt sein, ob die Politik die positive Entwicklung weiter beobachten oder trotzdem eine feste Quote beschließen wird.

Zehn DAX-Unternehmen streben gemessen an ihrer Zielsetzung noch eine Erhöhung des Frauenanteils an. Diese würden in den nächsten Jahren mindestens 14 weitere Frauen für ihre Aufsichtsräte suchen. Sechs der zehn Unternehmen nennen ein konkretes Datum, bis wann die Ziele erreicht werden sollen, in der Regel bis zur nächsten oder übernächsten Aufsichtsratswahl.

Die PwC-Analyse berücksichtigt neben den in den Geschäftsberichten veröffentlichten Zielen zur Aufsichtsratsbesetzung auch die Wahlergebnisse der diesjährigen HV-Saison.

(www.pwc.de)

PwC: Jeder vierte DAX-Chef stammt aus dem Finanz-Ressort

CFOs und andere Finanzexperten in Führungspositionen rücken immer öfter an die Unternehmensspitze, wie zuletzt die Ernennung von Joe Kaeser zum CEO von Siemens zeigt: Von den aktuell amtierenden Vorstandsvorsitzenden der DAX-30-Unternehmen (Stand: 6.8.2013) war jeder vierte zuvor als Finanzvorstand oder in einer Position mit erheblicher Finanzverantwortung tätig. Statistisch betrachtet haben sich die Aussichten der Finanzexperten, eine CEO-Rolle zu übernehmen, in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert, wie aus einer Analyse von PwC hervorgeht. Demnach hatten 2008 erst 16 % der DAX-Vorstandschefs vor ihrer Beförderung eine leitende Finanzfunktion inne, 2003 lag der Anteil noch bei 13 %. Der Machtzuwachs der CFO spiegelt – so die Analyse – den tiefgreifenden Bedeutungsgewinn der Finanzfunktionen für die Unternehmensstrategie und -steuerung wider: "Lange Zeit galten der CFO und sein Mitarbeiterstab in erster Linie als ‘Kassenwarte’ und ‘Zahlenlieferanten’ für die operativ tätigen Geschäftsbereiche. In den letzten Jahren war die Rolle des CFO einem Wandel unterzogen. CFOs sind heute Businesspartner des CEO, gleichen Strategie und Zielerreichung ab und haben so die besten Voraussetzung[en] für eine spätere Rolle als CEO", kommentiert Petra Justenhoven, Mitglied des Vorstands und Leiterin des Geschäftsbereichs Großkunden bei PwC. Damit der Finanzvorstand die vom Kapitalmarkt erwartete Funktion des "Außenministers" ausfüllen könne, müssten im Unternehmen die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden. Der "moderne" Finanzvorstand agiere im Idealfall auf Augenhöhe mit dem Vorstandsvorsitzenden, unterstütze bei Leitung und Steuerung des Unternehmens und sei auch an strategischen Entscheidungen beteiligt. "In der Vergangenheit hatte der Finanzvorstand neben der Finanzberichterstattung eher die Rolle, geplante Investitionen zu bewerten und die Finanzierung sicherzustellen. Heute wird von einem Finanzvorstand und seinem Team erwartet, dass er Bindeglied zwischen den verschiedenen Funktionen ist, Chancen und Risiken frühzeitig erkennt und Renditepotenziale optimiert", betont Petra Justenhoven. Damit der CFO diese Aufgaben wahrnehmen könne, seie...

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