BMWi: Neue OECD-Regeln zu Exportkrediten

Der OECD-Rat hat am 28.6.2012 in seiner Sitzung die überarbeiteten OECD-Umweltleitlinien für staatlich unterstützte Exportkredite verabschiedet. Sie sind seit dem 29.6.2012 für die Öffentlichkeit zugänglich und unter www.bmwi.de abrufbar. Eine systematische und vergleichbare Anwendung der Umweltstandards in OECD-Ländern bedeutet, dass staatlich geförderte Exportgeschäfte von den Wettbewerbern in diesen Ländern in ähnlicher Weise geprüft und unterstützt werden.

Mit der Verabschiedung der OECD-Umweltleitlinien ist auch das überarbeitete Sektorabkommen für erneuerbare Energien, klimafreundliche Technologien und Wasserprojekte als Teil des OECD-Konsensus für Exportkredite – ebenfalls abrufbar unter www.bmwi.de – in Kraft getreten. Es sieht insbes. die Möglichkeit flexiblerer Finanzierungsbedingungen für Projekte in diesen Bereichen vor. Zukünftig gehören bspw. Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung, Energieerzeugung aus Müll und Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz ebenfalls zu den besonders geförderten Technologien. Auf diese Weise schaffen die Exportkreditversicherungen Anreize für Investitionen zur Abschwächung des Klimawandels.

Im Jahr 2011 übernahm die Bundesregierung Exportkreditgarantien in Höhe von 29, 8 Mrd. Euro. Das jährliche Volumen der Hermesdeckungen im Bereich der Erneuerbaren Energien nimmt stark zu. Es stieg seit 2005 von 104 Mio. Euro auf 1, 2 Mrd. Euro im Jahr 2011.

(www.bmwi.de)

E&Y-Studie: Private-Equity-Markt in Deutschland

Auf dem deutschen Private-Equity-Markt ist keine durchgreifende Belebung zu verzeichnen: Zwar ist der Wert der Transaktionen von Finanzinvestoren deutlich gestiegen – von 1, 2 auf 5, 9 Mrd. Euro –, die Zahl der Deals ist im Vergleich zum Vorjahr aber leicht gesunken: von 53 auf 50.

Gründe für die verhaltene Entwicklung in Deutschland waren die anhaltenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten, die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditfinanzierung, aber auch das Fehlen geeigneter Zielunternehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die halbjährlich den deutschen Private-Equity-Markt untersucht.

Die Zahl der Unternehmensverkäufe aus den Portfolios von Finanzinvestoren ("Exit") ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 deutlich von 45 auf 24 gesunken. Erlöst wurden dabei nur noch 5, 1 Mrd. Euro, im Vorjahreszeitraum waren es noch 8, 7 Mrd. Euro. Einen Exit via Börsengang gab es in den ersten sechs Monaten des Jahres nicht.

Das zweite Halbjahr begann mit einem großen Deal, der Übernahme von WMF durch KKR. Und Alexander Kron, Leiter des Bereichs Transaction Advisory Services bei Ernst & Young in Deutschland, Österreich und der Schweiz, erwartet, dass es dabei nicht bleiben wird: „Derzeit sind weitere fünf bis sieben größere Deals in Vorbereitung.“

Zwar war auch das erste Halbjahr 2012 noch von kleineren Transaktionen geprägt, allerdings wurden erstmals seit 2010 wieder zwei sog. Megadeals, also Transaktionen, die einen Wert von über 1 Mrd. Euro haben, abgeschlossen.

Dass es in Deutschland nicht mehr Transaktionen gibt, liege keineswegs nur an der Zurückhaltung der Banken, die sich scheuen, Deals zu finanzieren, und auch nicht an mangelndem Interesse der Investoren. Im Gegenteil, so Wolfgang Taudte, Partner bei Ernst & Young: "Viele Private-Equity-Häuser haben größtes Interesse am deutschen Markt – gerade die mittelständischen Unternehmen stehen im Fokus." Allerdings passiere hier derzeit noch relativ wenig: "Vielen Mittelständlern geht es so gut, dass sie gar keine Veranlassung haben, über den Einstieg eines Finanzinvestors nachzudenken." Je schwieriger es aber werde, Mittel aus anderen Finanzierungsquellen, etwa von Banken, zu bekommen, desto mehr wachse die Bereitschaft, sich auch mit dieser Alternative auseinanderzusetzen, v. a. wenn absolut seriöse Angebote zur Verfügung stünden. Daran, so die Einschätzung von Taudte, werde es aber nicht mangeln.

„Sowohl die Kapitalbeschaffung als auch die Auswahl der Portfoliounternehmen haben sich mit der Krise verändert“, ergänzt Taudte. Die klassischen Geldgeber, wie Pensionsfonds, Versicherungen und vermögende Private, stellten heute deutlich höhere Ansprüche an die Konzepte und die Qualität der Manager. Der wachsende Erfolgsdruck zwinge die Gesellschaften, ihre Kaufobjekte erheblich rigider auszuwählen als vor der Krise, nicht zuletzt im Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten.

Während der Private Equity-Markt im ersten Halbjahr kaum in Schwung kam, zeigte der M&A-Markt einen leicht positiven Trend: Die Zahl der M&A-Deals (ohne Private Equity) in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorhalbjahr um 5 % von 214 auf 223 gestiegen. Der Wert der Transaktionen hat sich sogar deutlich von 5, 9 auf 15, 6 Mrd. Euro erhöht. "Neben zwei großen Deals im Bereich Industrial waren es im ersten Halbjahr 2012 auch drei große Deals von Immobiliengesellschaften, die den Markt belebt haben", erklärt Kron.

„Wenn externe Schocks...

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