Bauleistungen, Steuerabzug § 48 EStG

Kurzbeschreibung

Diese Checkliste soll Hilfestellung für die Überprüfung der Voraussetzungen für das Steuerabzugsverfahren nach §§ 48 ff. EStG geben. Detaillierte Einzelheiten können dem BMF-Schreiben v. 27.12.2002, IV A 5-S2272-1/02, BStBl I 2002 I, S. 1399 sowie dem BMF-Schreiben v. 4.09.2003, IV A 5-S2272b-20/03, BStBl I 2002 I, S. 431 entnommen werden.

Wichtige Hinweise

Bemessungsgrundlage ist die Gegenleistung für die erhaltene Bauleistung. Die Gegenleistung bemisst sich nach dem Entgelt zzgl. USt; auch Abschlagszahlungen und Teilzahlungen sind einzubeziehen. Fälligkeit tritt stets am 10. Tag nach Ablauf des Anmeldezeitraums ein. Für inländische Unternehmen bzw. Unternehmer ist das Betriebsfinanzamt bzw. das Wohnsitzfinanzamt zuständig.

Für die Anrechnung beim Leistenden ist Voraussetzung, dass der Leistungsempfänger den Abzugsbetrag angemeldet und einbehalten hat. Die Anrechnung erfolgt auf (Reihenfolge zwingend):

  • einbehaltene und abgeführte Lohnsteuer nach § 41a Abs. 1 EStG,
  • Vorauszahlungen auf die Einkommen-/Körperschaftsteuer des Veranlagungszeitraums, in dem die Leistung erbracht wurde,
  • die vom Leistenden selbst nach §§ 48, 48a EStG anzumeldenden und abzuführenden Abzugsbeträge.

Sind Einkommen- und Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen festgesetzt, aber ganz oder teilweise nicht entrichtet, ist die Erstattung eines Abzugsbetrags vor Durchführung der Veranlagung ausgeschlossen. Für den Fall, dass der Leistende im Inland keine steuerlichen Pflichten zu erfüllen hat, kann er die Erstattung des Abzugsbetrags nach § 37 Abs. 2 AO beantragen. Wird der Antrag nicht fristgerecht gestellt, entfällt der Erstattungsanspruch.

Anwendung des Steuerabzugsverfahrens

  ja nein
1. Handelt es sich um eine Bauleistung i. S. d. § 211 Abs. 1 SGB III? "… alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen." [x] [x]
2. Handelt es sich um eine im Inland erbrachte Bauleistung? [x] [x]
3. Ist der Empfänger ein Unternehmer i. S. d. § 2 UStG (zum Unternehmerkreis gehört auch der umsatzsteuerfrei vermietende Vermieter!) oder juristische Person des öffentlichen Rechts? [x] [x]
4. Erbringt der Empfänger der Leistung eine Gegenleistung? [x] [x]

5. Überschreitet die Gegenleistung im laufenden Kalenderjahr die folgenden Bagatellgrenzen (§ 48 Abs. 2 EStG)?

  • 15.000 EUR, wenn der Leistungsempfänger ausschließlich steuerfreie Umsätze nach § 4 Nr. 12 UStG ausführt (Grundstücksvermieter).
  • 5.000 EUR in den übrigen Fällen.
[x] [x]
6. Liegt im Zeitpunkt der Gegenleistung dem Leistungsempfänger eine gültige Freistellungsbescheinigung des Leistenden vor? [x] [x]

Wenn 1., 2., 3., 4., 5. ja und 6. nein, dann ist das Steuerabzugsverfahren durchzuführen, anderenfalls keine Anwendung des Steuerabzugsverfahrens!

Vom Steuerabzug kann Abstand genommen werden, wenn der Leistungsempfänger eine im Leistungszeitpunkt gültige Freistellungsbescheinigung vorlegt oder nicht mehr als zwei Wohnungen vermietet (vgl. BMF-Schreiben v. 27.12. 2002, IV A 5-S2272-1/02, BStBl 2002 I aaO, Rz 1.4 und 1.4.4).

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