Auswirkungen der Coronapand... / 2.2.1 Überblick

Nach § 27 Abs. 1 Nr. 3 WEG kann der Verwalter in "dringenden" Fällen "sonstige" zur Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums erforderliche Maßnahmen treffen. In diesem Sinne "dringend" sind nach h. M. Fälle, die wegen ihrer objektiven Eilbedürftigkeit eine vorherige, gegebenenfalls im Sinne von § 24 Abs. 4 Satz 2 WEG dringende Einberufung einer Versammlung und die Befassung der Wohnungseigentümer mit "Ob" und "Wie" einer Erhaltungsmaßnahme nicht mehr zulassen. Entscheidend ist stets, ob die Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums gefährdet wäre, wenn nicht sofort gehandelt werden würde. Zu fragen ist also jeweils, ob die (weitere) Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums oder Menschen gefährdet wären, wenn nicht umgehend gehandelt würde. Beispiele für solche eiligen Fälle sind etwa:

  • ein Gasleck,
  • ein Leitungsbruch,
  • der Ausfall der Heizungsanlage im Winter,
  • ein Brand oder eine Explosion, die Schäden verursachen, denen man sofort entgegentreten muss,
  • die Verstopfung einer Versorgungs- oder Abwasserleitung,
  • eine Überschwemmung oder das (teilweise) abgedeckte/beschädigte Dach.
 
Hinweis

Wenn die Eigentümer schon entschieden haben...

Haben die Wohnungseigentümer die Frage bereits entschieden oder/und den Verwalter angewiesen, wie er handeln soll, kann der Verwalter von dieser Bestimmung im Innenverhältnis nicht mehr auf Grundlage von § 27 Abs. 1 Nr. 3 WEG abweichen.

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