Auswahl des Outsourcing-Par... / 2.4 Vierter Schritt: Aufforderung zur Angebotsabgabe und weitere Einengung des Bewerberkreises

Abschließende Fragerunde

Jetzt beginnt die wirklich aufwändige Phase, in der man meist unter Zeitdruck steht, und die man im anglo-amerikanischen Raum mit dem Aufwand vergleicht, den Due-Diligence-Untersuchungen beim Unternehmensverkauf verursachen. Es müssen verschiedene Informationsklassen der einzelnen Unternehmen überprüft werden, aber auch deren Geschäftspraktiken und zukünftige Geschäftsperspektiven. Das ist selbst für das eigene Unternehmen schwierig. Hilfsmittel sind natürlich die Angebote, die nun genau bewertet und analysiert werden. Darauf folgt häufig eine abschließende Fragerunde, u.a. um die Angebote vergleichbar zu machen, denn genau das ist oft der kritische Punkt in der Praxis: Die Angebote enthalten nicht alle Positionen, oder es werden abweichende Qualitätsniveaus angeboten, z.B. mit der Begründung, man könne keinen anderen Standard verantworten. Dann müssen Stundensätze abgefragt werden, um zu einer annähernden Vergleichbarkeit zu gelangen. Das ist sehr aufwändig und bei Dienstleistungen weit schwieriger als beim Materialeinkauf, aber gerade hier spielt bezüglich der Kosten die Musik! Vergleiche der Bieter sollten nicht nur die Kosten pro Stunde enthalten, sondern auch, wie viel Fläche pro Stunde gereinigt werden soll, denn sonst können keine Rückschlüsse auf Qualitäten gezogen werden. Wie unterschiedlich derartige Preisspiegel ausfallen können, zeigt die Abbildung 5.

Abbildung 5: Preisspiegel bei der Ausschreibung von Reinigungsleistungen

Preisspiegel

Kernkompetenzen

Insgesamt hoffen vor allem die Anbieter, dass das reine Kostenargument in Zukunft für das Outsourcing nur noch eine untergeordnete Rolle spielen werde und dass strategische Gesichtspunkte Relevanz gewinnen. Beim Outsourcing wird die Fremdvergabe von Leistungen also nicht mehr ausschließlich als Mittel zur Kostensenkung gesehen, sondern Auf- bzw. Ausbau von Kernkompetenzen und somit der Zuwachs von Know-how stehen zusätzlich im Mittelpunkt der strategischen Betrachtung des Prozesses. In der bisherigen Praxis lässt sich diese Entwicklung allerdings noch nicht beobachten. Trotzdem sollte sich ein Auftraggeber neben den reinen Kosten auch noch von anderen Argumenten leiten lassen, die in der folgenden Abbildung 6 kurz zusammengefasst sind.

Checkliste

Abbildung 6: Checkliste: Was zählt außer dem Preis?

Viele dieser Komponenten werden zwar in der Vertragsverhandlung bzw. dem eigentlichen Vertrag festgelegt, man muss sich aber bereits vor Vertragsabschluss über derartige Sachverhalte klar werden, die ja auch zu einem Risiko für das eigene Unternehmen führen können.

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