Im Zusammenhang mit der Aktivierung von Anschaffungskosten und der Aufteilung von Gesamtkaufpreisen lassen sich die nachstehenden Grundsätze festhalten, die auch bei komplexeren Unternehmenstransaktionen gelten:

  1. Beratungskosten (insbesondere Kosten für Due Diligence) sind auf die erworbenen Wirtschaftsgüter (Anteile an Kapitalgesellschaften bzw. andere Einzelwirtschaftsgüter) aufzuteilen, sofern sie nach Fassung der Entscheidung anfallen, die Akquisition durchzuführen. Der relevante Zeitpunkt ist in der Praxis mit dem Abschluss eines Letter of Intent oder einer entsprechenden Vereinbarung bzw. bei Fehlen einer solchen Vereinbarung mit Abschluss der Willensbildung beim Erwerber anzunehmen (z. B. Einholung der erforderlichen Gremienbeschlüsse).
  2. Sofern Beratungskosten zunächst von einem Rechtsträger getragen wurden (z. B. Holdinggesellschaft), der nicht selbst als Erwerber fungiert, können die entsprechenden Kosten an die jeweiligen Akquisitionsgesellschaften weiterbelastet werden. Die Entscheidung, ob es sich bei den Kosten um zu aktivierende Anschaffungs(neben)kosten handelt, ist sodann auf Ebene der jeweiligen Akquisitionsgesellschaft zu treffen.
  3. Ein Gesamtkaufpreis ist auf die zu erwerbenden Wirtschaftsgüter aufzuteilen. Dabei ist grundsätzlich von den entsprechenden Vereinbarungen der Parteien im Kaufvertrag auszugehen, sofern diese nicht lediglich pro forma abgeschlossen wurden. Dies gilt auch dann, wenn der Erwerb des Unternehmens durch verschiedene Akquisitionsgesellschaften von unterschiedlichen Veräußerern aufgrund eines einheitlichen Kaufvertrags durchgeführt wird.
  4. Sofern keine zu berücksichtigende Vereinbarung der Parteien vorliegt, ist ein Gesamtkaufpreis entsprechend den Wertverhältnissen aufzuteilen. Um die damit verbundenen Unsicherheiten zu vermeiden ist für die Praxis zu empfehlen, eine Kaufpreisaufteilung im Unternehmenskaufvertrag zu vereinbaren oder zumindest eine entsprechende Dokumentation der Kaufpreisaufteilung bereitzuhalten.
 

Dr. Martin Bünning, RA/StB, ist Partner bei Ashurst LLP in Frankfurt a. M. Er begleitet Investoren beim Erwerb von Immobilien und anderen alternativen Investments und berät offene und geschlossene Fonds. Zudem berät er Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds bei M&A-Transaktionen und ist im Unternehmenssteuerrecht tätig.

Philipp Lorberg, RA, ist Associate bei Ashurst LLP in Frankfurt a. M.und berät in den Bereichen Tax Compliance, Real Estate Tax und M&A Tax. Dabei liegt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Strukturierung und Umsetzung von Immobilien- und Private-Equity-Transaktionen.

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