Rz. 23

Mit diesen Fragestellungen im "Gepäck" und weiteren, die im Verlauf der Sichtung und Aufnahme der Einzelverträge aufkommen, wird zunächst für den Vermögensinhaber eine Privatbilanz erstellt.

 

Rz. 24

Hier wird deutlich, wie hoch das Gesamtvermögen des Vermögensinhabers per 31.12. des laufenden Jahres ist und ob z.B. evtl. "Klumpenrisiken" bestehen, auf die im Verlauf der weiteren Planung eingegangen werden sollte. "Klumpenrisiko" ist wie folgt definiert: Ist eine Assetklasse im Gesamtvermögen übergewichtet, so können hieraus überdurchschnittliche Risiken für das Gesamtvermögen entstehen. Auf Basis der modernen Portfolio-Theorie (von Nobelpreisträger Harry Markowitz[7]) sollten Risiken durch eine optimierte Diversifikation von Vermögensanlagen reduziert werden. Markowitz Ansatz für eine optimale Portfolio-Zusammensetzung basiert im Wesentlichen darauf, dass nicht nur die Ertragsaussichten einer Investition, sondern auch die mit ihr verbundenen Risiken mit einbezogen werden. Aus der Erkenntnis, dass typische Anleger hohe Renditen erwarten, aber vor allem unterstellen, dass diese Renditen sicher, d.h. ohne Risiken zu erzielen sind, ergibt sich ein traditioneller Zielkonflikt. Um einerseits die Renditen zu maximieren und andererseits das Risiko zu minimieren, müssen die Investments gegeneinander ausbalanciert werden, damit für Anleger die optimale Anlagestrategie nach Rendite-Risiko-Gesichtspunkten ermittelt werden kann. Zwar sind Rendite und Risiko eines Wertpapierinvestments untrennbar miteinander gekoppelt – mittels Diversifikation lässt sich jedoch unter bestimmten Rahmenbedingungen ein Teil des Risikos eliminieren, ohne gleichzeitig einen Renditeverlust zu verzeichnen. Diversifikation bedeutet, dass sich die Risiken der Einzeltitel nicht einfach addieren, sondern sich zum Teil gegenseitig aufheben. Der Ausspruch "lege niemals alle Eier in einen Korb" bezeichnet umgangssprachlich diese Theorie.

 

Rz. 25

In der vorliegenden Privatbilanz dominiert der Bereich Immobilien mit ca. 75 %, gefolgt vom Segment Beteiligungen (GmbH-Anteile) mit ca. 22 % des Gesamtvermögens. Neben diverser fremdgenutzter Immobilien gehört auch die Betriebsimmobilie zum Bereich der Immobilen (Betriebssondervermögen). Es ist nicht verwunderlich, dass bei einem erfolgreichen Unternehmer/Unternehmen der Wert des "aktiven" Vermögens tendenziell hoch ist. In diesem Fall kann man schon erahnen, dass durch die vorliegende Vermögensstruktur (nächstgrößere Anlageklassen sind die Versicherungen mit ca. 2 %, gefolgt von den liquiden Wertpapieren/Konten mit insgesamt ca. 1 %) eine hohe private Abhängigkeit vom Unternehmenswert besteht.

[7] Vgl. Markowitz, The journal of finance – portfolio selection, 1952.

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