07.03.2014 | Top-Thema Personal-Recruiting: Die Rückkehr der Planer und Entwickler

Entwicklungen in der Personalberatungsbranche

Kapitel
Bild: Kienbaum Executive Consultants GmbH

Haufe Online Redaktion: Welche Entwicklungen zeichnen sich für die Personalberatungsbranche ab?

Lewan: Vor dem Hintergrund der aktuellen und zukünftigen demografischen Entwicklung werden erfahrene Berater mit spezialisierten Kompetenzen gefragt sein. Im „War for Talents“ werden die Beratungsfirmen ihren Klienten nachhaltig zu Seite stehen müssen. Darüber hinaus werden die Projektanfragen noch kurzfristiger als bisher an die Personalberatungsunternehmen herangetragen. So allem ist Flexibilität ist gefragt. Wir fühlen uns durch Umfrageergebnisse darin bestärkt, auf Nachhaltigkeit (Talent Coaching) und Social Media zu setzen.

Eichholz/Groß: Insbesondere die spezialisierten Personalberatungen werden in Zukunft noch stärker nachgefragt werden. Kenntnisse und Erfahrungen in der jeweiligen Branche, die ständige Auseinandersetzung mit den Marktveränderungen sowie das Gespür für die Menschen sind Mindestanforderungen an Personalberater. Der qualifizierte Personalberater wird zukünftig in die personalstrategische Beratung der Unternehmen einbezogen werden, um nicht nur eine passgenaue Besetzung zu gewährleisten, sondern auch langfristig die Personalplanung mitzugestalten.

Heusel: Neben dem demografischen Wandel stellen die hohe Informiertheit, lediglich gezielte Einstellungen, d.h. Personen, die Potential mitbringen, aber nicht genau auf eine Vakanz haben, werden nicht weiter berücksichtigt, (da war man in der Vergangenheit flexibler) und die veränderten Bedürfnisse und Ansprüche der Akteure Personalberatungsunternehmen vor neue Herausforderungen. Die Personalsuche gestaltet sich schon heute sehr zielorientiert. Dieser Trend wird ebenso wie der Beratungsaufwand zunehmen. Die Suchdauer verlängert sich damit automatisch, aber das wird in Kauf genommen, weil das Ergebnis dann „eindeutiger passt“.

Borgmann: Netzwerk, Netzwerk, Netzwerk. Um den Suchaufwand unter Kostengesichtspunkten zu minimieren und um den Klienten möglichst schnell qualifizierte Kandidaten zuzuführen, bedarf es einer systematischen Kontaktpflege, die beidseitig erfolgt. Nicht nur der Berater buhlt um den Kontakt, die Kandidaten wissen auch um den Wert einer solchen Beziehung und bringen sich gerne regelmäßig in Erinnerung.

Märten: Kandidaten unter 35 Jahren werden schwerer zu finden sein. Insgesamt wird die Auswahl der Kandidaten geringer, die Suche länger dauern.

Miseré: Für Personalberater gilt es, die Chancen der sozialen Netzwerke zu nutzen – ohne das eigene Profil und den gesetzten Qualitätsanspruch zu verwässern. Die Beschleunigung sämtlicher Kommunikationsprozesse und die Bereitschaft sich in Karrierenetzwerken zu präsentieren, haben die Arbeit von Personalberatern einschneidend verändert. Die Fülle neuer Möglichkeiten erfordert gleichzeitig die Anpassung der Suchprozesse, inklusive Vorhaltung entsprechender technischer Logistik. Zu Recht sind gleichzeitig die Anforderungen an Schnelligkeit und Effizienz gestiegen. Die Herausforderung liegt auch zukünftig darin, schnellstmöglich in der immer größeren „Masse“ auch weiterhin die „Klasse“ zu identifizieren. Wer den klugen Mittelweg zwischen persönlicher Ansprache und Online Kommunikation findet, wird im Vorteil sein. Weiterhin wird sich die begonnene Marktkonsolidierung der Branche fortsetzen, wobei Berater mit Branchen-Spezialisierung bessere Chancen haben werden. Themen des demografischen Wandel sind auch für die Immobilienwirtschaft virulent. Entgegen aller Willensbekundungen fällt uns auf, dass Einstellungen der Generation 50+ sowie von Frauen für Führungspositionen nach wie vor einen geringen Prozentsatz ausmachen. Auf Bewerberseite sehen wir einen verhältnismäßig geringen Anteil an Kandidaten, zumal im Führungskräftebereich, mit Migrationshintergrund. Personalberater sind durch ihre Nähe zum Markt wertvolle Informations- und Wissensträger. Dieses Wissen für Unternehmen und Kandidaten gezielt in der Personalbeschaffung bzw. Karriereplanung nutzbar zu machen, ist und bleibt wichtiger Erfolgsfaktor in unserer Branche.

Flohr: Die Unterstützung durch Personalberater wird an Bedeutung gewinnen. Die Waage hat sich eindeutig in Richtung Kandidatenmarkt verschoben. Im branchenübergreifenden Wettbewerb um die Besten hat sich zwar das Image der Immobilienwirtschaft verbessert, es herrscht aber noch eine gewisse Intransparenz hinsichtlich Berufs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Auch aufgrund des demographischen Wandels  werden Berater künftig neben dem Recruiting für Führungs-, verstärkt auch für Fachkräfte eingeschaltet werden. Seitens der Kandidaten treten rein ökonomische Faktoren einer neuen Stelle hinter einer ausgewogenen Work-Life-Balance als Entscheidungskriterium zugunsten eines Unternehmen zurück.

Danner: Zahlreiche Positionen besetzten wir auf der Basis von Empfehlungen aus unserem weltweiten Netzwerk. Mit Personalberatern arbeiten wir vor allem im Bereich der Senior-Mitarbeiter zusammen. Diese High-Professionals antworten eher selten auf Zeitungs-Annoncen. Spricht sie ein Headhunter an, lässt sich der Kontakt leichter und zielgerichteter herstellen. Dabei wählen wir die Berater jedes Jahr neu aus und evaluieren die Prozesse und erreichten Ergebnisse. Die Auswahlkriterien wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Management-Board festgelegt und werden ergänzt in Abhängigkeit von der jährlichen Vakanz- und Budgetplanungen. Je nach Position und Profil setzen wir dabei stärker auf branchenspezialisierte oder auf branchenübergreifende Berater. Für eine Führungskraft im klassischen Vermietungsmarkt käme also eher der Branchenspezialist, für den Bereich Corporate Solutions eher der Generalist zum Zuge."

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Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Personalberater, Personalberatung, Immobilienwirtschaft, Personalsuche

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