| DG Hyp-Studie

Ostdeutsche Großstädte befinden sich im Aufwind

Besonders deutlich ist die positive Entwicklung in Dresden
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Eine aktuelle Studie der DG Hyp hat ergeben, dass neben dem Wachstumsmarkt Berlin Immobilien auch an anderen ostdeutschen Standorten wieder vermehrt nachgefragt werden. Viele ostdeutsche Städte haben die Talsohle durchschritten und befinden sich im Aufwind.

"Die gute Entwicklung des Immobilienmarkts Berlin hat auch ostdeutsche Großstädte erreicht", sagt Dr. Reutter, Vorstandssprecher der DG Hyp. Das im westdeutschen Vergleich günstige Preisniveau und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen böten Chancen für Investitionen.

Wie sich die gewerblichen Immobilienmärkte in den Segmenten Wohnen, Büro und Handel entwickeln, hat die DG Hyp in ihrem aktuellen Immobilienmarktbericht zusammengefasst. Untersucht wurden die ostdeutschen Bundesländer, die Hauptstadt Berlin sowie die Großstädte Chemnitz, Dresden, Erfurt, Halle, Leipzig, Magdeburg, Rostock und Schwerin.

Ostdeutsche Großstädte wachsen wieder
Nach der Wiedervereinigung sind neun Prozent der ostdeutschen Bevölkerung inklusive Berlins nach Westdeutschland abgewandert. Dieser Trend hat sich in den vergangen Jahren verlangsamt oder stabilisiert und in den Großstädten überwiegend gedreht. Dadurch ist die Einwohnerzahl in fast allen in der Studie betrachteten Städten in den vergangenen fünf Jahren wieder gestiegen. Besonders deutlich ist diese positive Entwicklung in Dresden und Leipzig zu beobachten. Die wirtschaftliche Situation hat sich in den ostdeutschen Großstädten insgesamt verbessert und damit auch die Rahmenbedingungen für Immobilien, insbesondere im Wohnungsmarkt.

Wohnungsmieten steigen kontinuierlich

Seit einigen Jahren steigen die Mieten in den ostdeutschen Großstädten wieder leicht an, sind mit einer durchschnittlichen Erstbezugsmiete von 6,70 Euro pro Quadratmeter – ohne Berlin – aber verglichen mit den westdeutschen Oberzentren niedrig. In sehr guten Lagen beträgt die Miete 8,40 Euro je Quadratmeter. Spitzenreiter mit 9,60 Euro ist Dresden gefolgt von Erfurt, Leipzig und Rostock. Schlusslicht mit 6,70 pro Quadratmeter in Top-Lagen ist Chemnitz. Angesichts der überwiegend positiven Einwohnerentwicklung und dem begrenzten Angebot an Wohnraum ist von weiter steigenden Mieten in den ostdeutschen Großstädten in sehr guten Lagen auszugehen. 2013 dürften die Spitzenmieten im Durchschnitt um 2,3 Prozent steigen.

Steigender Flächenbedarf bei Büroimmobilien

Obwohl sich die Bürobeschäftigung an den betrachteten Standorten positiv entwickelt, sind die Leerstände in den untersuchten Großstädten noch fast doppelt so hoch wie in den deutschen Oberzentren insgesamt. Erfurt und Magdeburg weisen mit rund 20 Prozent den höchsten Wert auf, wohingegen die Leerstandquoten in Rostock und Schwerin im einstelligen Bereich liegen.

Vor diesem Hintergrund sind die Büromieten sowohl in den ostdeutschen Großstädten als auch in Berlin unterdurchschnittlich. An einigen Standorten liegt die Spitzenmiete deutlich unter zehn Euro je Quadratmeter. In Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock sind die Mieten mit etwa elf Euro je Quadratmater am höchsten. Die zunehmende Bürobeschäftigung sorgt jedoch für einen sukzessiv steigenden Flächenbedarf, sodass die Spitzenmieten in den ostdeutschen Großstädten 2013 um durchschnittlich knapp ein Prozent leicht steigen dürften. In Berlin ist mit einem Wachstum von 1,3 Prozent zu rechnen. Hier liegen die Spitzenmieten derzeit bei rund 22 Euro pro Quadratmeter.

Einzelhandelsmieten legen leicht zu

Die untersuchten ostdeutschen Standorte – ohne Berlin – verfügen mit rund 2,5 Quadratmetern je Einwohner über rund ein Viertel mehr Verkaufsfläche als der Durchschnitt deutscher Oberzentren. Gleichzeitig begrenzt die im bundesweiten Vergleich geringere Kaufkraft in Ostdeutschland die Einkaufsmöglichkeiten. Selbst in Berlin liegt die Spitzenmiete im Einzelhandel knapp unter dem durchschnittlichen Niveau der sieben Top-Standorte. Gleichwohl ist der allgemeine positive Trend im Einzelhandel mit anziehenden Mieten auch in fast allen der betrachteten ostdeutschen Großstädte zu beobachten.

Lediglich Schwerin bleibt hinter dieser Entwicklung zurück. Die positive Mietentwicklung dürfte sich weiter fortsetzen. 2013 ist in den ostdeutschen Großstädten mit einem Anstieg der Spitzenmiete um 1,6 Prozent zu rechnen. In Berlin dürften die Einzelhandelsmieten in Top-Lagen um 1,8 Prozent steigen.

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