13.12.2012 | Top-Thema Lebenslanges Lernen als Wertschöpfungsfaktor

Lebenslanges Lernen praktisch umsetzen

Kapitel
Bild: BBA - Akademie der Immobilienwirtschaft e.V., Berlin

Internationalisierung und demografischer Wandel stellen Mitarbeiter und Unternehmen vor neue Herausforderungen. Für Aus- und Weiterbildungsinstitute gilt es, Inhalte und Ausgestaltung ihrer Angebote bedarfsgerecht anzupassen. Dr. Michael Brey zur Umsetzung in der Praxis.

Haufe Online-Redaktion: Welche Auswirkungen hat die Unternehmensstrategie des kundenorientierten Dienstleisters auf die Mitarbeiter?

Brey: Häufig außer Acht gelassen wird die Tatsache, dass in der Wohnungswirtschaft primär der Mensch über den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens entscheidet. Unternehmen, die den Wandel zu einem kundenorientierten Dienstleister erfolgreich vollziehen wollen, kommen nicht umhin, die Handlungsautonomie ihrer Mitarbeiter vor Ort - dezentral - zu stärken. Im Umkehrschluss ist damit für jeden Einzelnen ein höheres Maß an Verantwortung verbunden. Damit die Mitarbeiter in der Lage sind, die komplexeren Aufgaben verantwortungsvoll zu lösen, bedarf es nach einer robusten Grundlagenausbildung weiterer praxisbezogener Zusatzausbildungen. Das Gebot der Stunde lautet: Lebenslanges Lernen.

Haufe Online-Redaktion: Was lässt sich aus Ihrer Sicht tun, um Menschen mit Migrationshintergrund besser in den Arbeitsmarkt einzubinden?

Brey: Der sich abzeichnende Fachkräftemangel in Deutschland wird nur über Zuzug realisiert werden können. Damit werden interkulturelle Managementaufgaben in der Branche ebenso bewältigt werden müssen, wie internationale Mieter zu betreuen sind. Das ist die Chance für Menschen mit Migrationshintergrund, um in der Immobilienwirtschaft Fuß zu fassen.

Haufe Online-Redaktion: Ist eine erfolgreiche Personalentwicklung für kleinere Unternehmen überhaupt realisierbar?

Brey: Eine strategisch ausgerichtete Personalpolitik ist keine Frage der Unternehmensgröße. Jeder, der heute am Markt reüssieren will, braucht kluge und motivierte Köpfe. Damit sich auch kleinere und mittlere Wohnungsunternehmen in diesem Wettbewerb behaupten können, entwickeln die Akademien, die im Umfeld des GdW sowie der dazugehörigen Landesverbände arbeiten, derzeit einen modularen „Personalentwicklungskoffer“.

Haufe Online-Redaktion: Qualität, fachliches Know-how und Soft-Skills der Mitarbeiter werden zu Schlüsselfaktoren in der Immobilienwirtschaft. Wie begegnet die BBA diesen Herausforderungen?

Brey: Wir verstehen unseren Bildungsauftrag dahingehend, die Wohnungsunternehmen bei ihrem Veränderungsprozess vom Verwalter zum Dienstleister professionell zu unterstützen. Dazu müssen wir unsere Bildungsangebote immer stärker auf die Bedürfnisse der Unternehmen zuschneiden. Ich wage die Prognose, dass sich zukünftig auch nur diejenigen am Markt behaupten können, die in einem engen Dialog mit der Branche stehen und in der Lage sind, ihren „Bildungswarenkorb“ stetig anzupassen. Wir sind hierfür organisatorisch wie personell jedenfalls sehr gut aufgestellt

Schlagworte zum Thema:  Ausbildung, Weiterbildung

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