07.02.2013 | Top-Thema Klein- und Mittelstädte: Wo lohnt Investment in Wohnimmobilien?

Nord-Städte bis 100.000 Einwohner

Kapitel
Bei den Top-Städten im Norden liegt Lüneburg auf Platz 16.
Bild: Anne Bermüller/pixelio.de

Die Analyse der 187 Städte Norddeutschlands zwischen 30.000 bis 100.000 Einwohnern ergibt eine gesunde Mischung aus Städten in den Speckgürteln der Ballungsgebiete und aus solitären Mittelstädten, wenn man die besten 25 Prozent der Städte betrachtet.

Zu Norddeutschland zählen dieser Studie nach folgende Bundesländer: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Bremen Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt gibt es in Norddeutschland 187 Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 30.000 und 99.999. In diesem Wohnimmobilien-Szenario beschränkt sich die Ausgabe der Ergebnisse auf die geeignetsten 25 Prozent davon. Dies sind 56 Städte, die hier mit Daten und Standortprofilen vorgestellt werden.

Zunächst zeigen sich Städte in den Speckgürteln der Großstädte Berlin und insbesondere Köln und Hamburg als Gewinner. Wobei hier ausgerechnet die Stadt auf Rang 1, die Stadt Falkensee im Speckgürtel Berlins, mit einem Fragezeichen zu versehen ist. Diese Stadt profitiert in diesem Ranking insbesondere von einer äußerst positiven Bevölkerungs- und Neubaubedarfsprognose für den Landkreis. Ein Vergleich mit der tatsächlichen Entwicklung in den letzten Jahren legt jedoch den Schluss nahe, dass diese Prognose für den Landkreis zu optimistisch sein könnte.
Auf den zweiten Blick erweisen sich jedoch auch Städte, die bereits ein wenig weiter von den Ballungsgebieten entfernt sind, wie Königswinter und Lüneburg, als interessant für Investitionen im Bereich Wohnimmobilien. Nachteile, die sich dabei vielleicht im Bereich der Wohlstandsindikatoren zeigen können auf der anderen Seite durch andere Indikatoren wie etwa soziale Indikatoren ausgeglichen werden.
Auch eine gute Infrastruktur bei Bildung und Verkehr kann kleinere Defizite ausgleichen. Kleinere Städte im ländlichen Raum des Münsterlands oder Emslands, wie Dülmen oder Meppen, die weit abseits der Ballungszentren liegen, zeigen ebenfalls Potenziale für den Wohnungsbau. Mängel bei der Infrastruktur können hier beispielsweise durch geringe soziale Probleme fast ausgeglichen werden. Auch in diesen Städten besteht zum großen Teil Nachholbedarf im Wohnungsbau. Positive Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung und den Neubaubedarf liegen auch hier vor.
Natürlich werden sich diese Standorte nicht für wirklich große Wohnprojekte eignen. Jedoch könnten sich Chancen gerade für private Investoren kleinerer Projekte daraus erschließen, dass sich die „Konkurrenz“ wahrscheinlich eher auf die Speckgürtel der Großstädte stürzen wird.

Städte von 30.000 bis 100.000 Einwohner
1.Falkensee 
2.Niederkassel 
3.Hennef (Sieg) 
4.Ahrensburg 
5.Weißenfels 
6.Elmshorn 
7.Troisdorf 
8.Bornheim 
9.Hürth
10.Sankt Augustin 
11.Seevetal 
12.Siegburg 
13.Königswinter 
14.Stuhr 
15.Lohmar 
16.Lüneburg 
17.Ganderkesee 
18.Rheda-Wiedenbrück 
19.Buchholz in der Nordheide 
20.Norderstedt

Rang 3 (Norden): Hennef
Die Stadt Hennef liegt etwa 30 Kilometer südöstlich von Köln und zählt mit 46.000 Einwohnern zu den mittelgroßen Städten dieses Szenarios. Mit einer Zunahme der Bevölkerungszahl in Höhe von einen Prozent liegt Hennef bereits über dem Durchschnitt der Mittelstädte Norddeutschlands. Bis zum Jahr 2025 wird mit einem weiteren kräftigen Wachstum der Einwohnerzahl gerechnet. Die Infrastruktur ist sehr gut, egal, ob man Verkehrsfaktoren oder Bildungsfaktoren betrachtet.
Die sozialen Indikatoren weisen auf geringe Probleme in diesem Bereich hin. Sowohl der Arbeitslosenanteil in der Stadt als auch die regionalen Faktoren SGB-II-Quote, Insolvenzrate und Kriminalitätsrate sind niedrig. Der Wohlstandsindikator Bruttoinlandsprodukt liegt unter dem Mittelwert bei einer positiven Entwicklung in den letzten Jahren. Der Kaufkraftindikator für verfügbares Einkommen zeigt relativ hohe Werte bei einer ebenfalls zwar positiven, im Vergleich mit anderen Regio­nen jedoch unterdurchschnittlichen Entwicklung.
Der hohe Wanderungssaldo spricht für die Attraktivität der Stadt. In keiner anderen Mittelstadt Norddeutschlands ist der Anteil an Wohnungen je 1.000 Einwohner derartig niedrig wie in Hennef. Der hier offensichtlich bestehende Nachholbedarf im Wohnungsbau hat bereits zu einer deutlich überdurchschnittlichen Zahl von Baugenehmigungen im Wohnungsbau geführt.
Für das Jahr 2025 wird ein deutlich über dem Mittelwert liegender Neubaubedarf an Wohnungen prognostiziert. Hennef könnte daher mit seinen geringen sozialen Problemen bei insgesamt höchstens durchschnittlichen Wohlstandsindikatoren, hohem Nachholbedarf im Wohnungsbau sowie positiven Prognosen hinsichtlich Bevölkerungszahl und Neubaubedarfs Investitionschancen im Bereich Wohnimmobilien bieten.

Rang 16 (Norden): Lüneburg
Die etwa 45 Kilometer südöstlich von Hamburg liegende Stadt zählt mit 73.000 Einwohnern zu den großen Städten in diesem Szenario. In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl geringfügig gewachsen und lag im Durchschnitt der anderen Städte. Bis 2025 wird für den Landkreis eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Zunahme der Einwohnerzahl vorhergesagt. Die Verkehrsinfrastruktur mit Autobahn- und IC/ICE-Anschluss im Stadtgebiet ist sehr gut. Lüneburg ist Universitätsstadt.
Die sozialen Indikatoren Arbeitslosenquote, SGB-II-Quote, Insolvenzrate und Kriminalitätsrate zeigen insgesamt durchschnittliche Werte, die Wohlstandsindikatoren Bruttoinlandsprodukt und verfügbares Einkommen bereits unterdurchschnittliche Werte. Der Wanderungssaldo ist überdurchschnittlich, was für die Anziehungskraft der Stadt spricht. Bei durchschnittlichem Wohnungsbestand, der in den letzten Jahren konstant geblieben ist, ist die Prognose für den Neubaubedarf bis zum Jahr 2025 überdurchschnittlich. Bei insgesamt eher durchschnittlichen sozialen und ökonomischen Daten könnte Lüneburg durch die sehr positive Bevölkerungsprognose und Neubaubedarfsprognose interessant für den Wohnungsbau sein. Die sehr gute Infrastruktur bei Verkehr und Bildung sowie die Anbindung an die Ballungszentren könnte dann ausschlaggebend für Investitionen sein.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Immobilieninvestition

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