26.01.2016 | Top-Thema Immobilienboom: Zunehmende Investitionsrisiken

Gute Objekte sind knapp

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Objekte in den attraktiven Innenstadtlagen großer deutscher Städte sind auch bei Einzelhandelsimmobilien sehr knapp.
Bild: SEVENS Home of Saturn

„Außerdem muss das Zusammenwirken von unterschiedlichen Handelskonzepten auf deren Erfolgs- und Zukunftsfähigkeit geprüft werden“, fügt Poppinga hinzu.

Besonders Shopping-Center wiesen mit 75, 100 oder mehr Mietern völlig andere Dimensionen auf als reine Büroimmobilien. Das schreckt viele potenzielle Interessenten ohne das nötige Know-how für solche Investments ab, sofern sie keinen kundigen Berater wie Patrizia Immobilien, CBRE oder JLL an ihrer Seite haben. Gerade asiatische Immobilienkäufer nutzen eine derartige Option, wenn sie Einzelhandelsimmobilien oder Hotels kaufen wollen. „Objekte in den attraktiven Innenstadtlagen großer deutscher Städte sind auch bei Einzelhandelsimmobilien sehr knapp“, weiß Thorsten Lange, Leiter des Research der DZ Bank. Große Modeketten wie Zara, Primark, H&M und gefragte Marken wie Apple wollen in den Fußgängerzonen von München, Frankfurt oder Hamburg mit Verkaufsflächen präsent sein.
Die Ladenmieten zogen kräftig an. „300 Euro pro Quadratmeter und mehr werden in den besten Lagen verlangt, vor zehn Jahren waren es, abgesehen von München, maximal 200 Euro“, so Lange. Die hohe Konsumneigung wird auch 2016 für gute Umsätze sorgen und das Mietniveau stützen. Kräftige Mieterhöhungen dürften allerdings kaum durchzusetzen sein. Abseits der Top-Lagen sieht die Situation aber, sogar in den Big 7, nicht so rosig aus. „Vor allem wegen der Konkurrenz mit dem Online-Handel ist die Lage von Einzelhandelsimmobilien mehr denn je der Erfolgsfaktor“, sagt Savills-Immobilienmarktexperte Pink.                     
Der Run auf gute Lagen führt bereits dazu, dass immer häufiger Abstriche bei der Objektqualität hingenommen werden, vor allem bei Büro- und Einzelhandelsimmobilien. „Aber was bleibt kleineren institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versorgungswerken und vielen Stiftungen auch anderes übrig?“, zeigt Jungk Verständnis. Schließlich verharren die Renditen sicherer Staatsanleihen weiter auf einem inakzeptablen Niveau, und mit Aktien lassen sich keine verlässlichen, gut planbaren Ertragsströme erzielen.


Der vollständige Artikel erscheint in der Immobilienwirtschaft 2/2016 am 5.2.2016.

Schlagworte zum Thema:  Investment, Immobilienmarkt, Immobilienwirtschaft

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