26.01.2016 | Top-Thema Immobilienboom: Zunehmende Investitionsrisiken

2016 ähnliches Ergebnis erwartet

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„Der Immobilienzyklus ist weit vorangeschritten, weshalb antizyklische, opportunistische Anleger Deutschland den Rücken gekehrt haben.“ Matthias Pink, Head of Research Investment Germany, Savills
Bild: Savills

Pörschke rechnet damit, dass  das Transaktionsvolumen 2016 mit rund 50 Milliarden Euro erneut fast das Niveau von 2015 erreicht.

„Erst 2017 könnte es deutlich weniger werden, falls die Europäische Zentralbank wie bereits die US-Notenbank die Leitzinsen heraufsetzen und ihre expansive Geldpolitik zurückfahren sollte“, sagt er. Deutschland zählt international zu den attraktivsten Immobilieninvestmentländern, da es aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke als Stabilitätsanker in Europa gilt. „Der Immobilienzyklus hierzulande ist relativ weit vorangeschritten, weshalb antizyklische, opportunis-tische Anleger Deutschland meist den Rücken gekehrt haben“, weiß Matthias Pink, Head of Research Investment Germany des Maklerhauses Savills. Das werde aber dadurch mehr als kompensiert, dass risikoscheuere Anlegergruppen wie Pensionskassen aus den USA und Kanada, Versicherungen sowie asiatische Staatsfonds nach Deutschland drängten. Eine äußerst beliebte Anlageklasse bei ausländischen Investoren sind Logistikimmobilien. „Das liegt vor allem daran, dass sich hier noch recht attraktive Renditen erzielen lassen“, erklärt Kai Oulds, Head of Logistic Investments bei CBRE Germany. Gut fünf Prozent Rendite seien aktuell erreichbar. Das klingt bescheiden gegenüber bis zu sieben Prozent, die mit dieser Objektart noch vor eineinhalb bis zwei Jahren erzielt werden konnten.

Die Drei vor dem Komma

„Verglichen mit Büro- oder Einzelhandelsimmobilien ist das jedoch ganz passabel“, findet Oulds. Dort bewegten sich die Renditen allenfalls im Bereich von vier Prozent. Bei Bürogebäuden in München könne auch die Drei vor dem Komma erscheinen, merkt der Experte an. Die beiden großen Wachstumstreiber des Segments sind der Online-Handel sowie die Optimierung von Zuliefererketten in der Industrie. Das Transaktionsvolumen bei Logistikimmobilien zog 2015 auf den Rekordwert von über drei Milliarden Euro an. „Doch es wird schwieriger, neue Standorte zu erschließen“, gibt Karsten Jungk vom Immobilienberater Wüest & Partner zu bedenken. In den Städten, aber auch außerhalb wird der Platz für neue Objekte knapper. „Städte und Gemeinden sind immer seltener bereit, neue Logistikcenter zu genehmigen“, ergänzt Jungk. Sie stufen sie als Belastung ein, da sie kaum Jobs brächten und der Schwerlastverkehr zunehmend als störend empfunden wird.         
Das Segment mit der stärksten Dynamik könnten auch in den nächsten Jahren die Hotels sein. „Es vollzieht sich gerade ein tief greifender Strukturwandel“, sagt Olivia Kaussen, Head of Hotels bei CBRE Germany. „Selbst in der Finanzmarktkrise brachen die Umsätze kaum ein“, fügt Wolfgang Schneider, Head of Research der BNP Real Estate, hinzu. In Europa entfallen vom Hotel-Investmentmarkt 50 Prozent auf Großbritannien, auf Deutschland 20 Prozent. Der Aufholprozess ist jedoch im Gange – ganz vorne mit dabei: Berlin.


Der vollständige Artikel erscheint in der Immobilienwirtschaft 2/2016 am 5.2.2016.

Schlagworte zum Thema:  Investment, Immobilienmarkt, Immobilienwirtschaft

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